Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 21-0579  

 
 
Betreff: Antrag der GRÜNEN und SPD betr. Veränderungen der Arten und Standorte von Stadtbäumen in Harburg durch den Klimawandel?
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:GRÜNE-Fraktion / Marek, Jürgen / SPD-Fraktion / Oldenburg, Claudia
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Harburg
25.02.2020 
Sitzung der Bezirksversammlung Harburg ungeändert beschlossen / überwiesen   
Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz
22.09.2020 
Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz      

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

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Sachverhalt:

Zubetonierte Böden, wenig Platz für die Wurzeln und Schadstoffe in der Luft bieten Stadt- und Straßenbäumen häufig keinen  idealen Lebensraum. Zu diesen Risikofaktoren kommen in den letzten Jahren klimatische Veränderungen hinzu. Dies sind u.a. steigende Temperaturen mit  längeren Wärme- und Hitzeperioden,  Trockenheit und eine Häufung und Verstärkung von Extremwetterereignissen wie Starkregen und Stürmen. Gerade in der Stadt verstärken  sich diese Auswirkungen und machen  Bäume auch anfälliger  für eine Reihe von Schädlingen.

 

Die Forderung des Naturschutzes, bei Pflanzungen im öffentlichen Grün vorwiegend einheimische Gehölze mit gebietsheimscher Herkunft zu verwenden hat sicher aus ökologischen Gründen eine Berechtigung, stößt aber an vielen Standorten  an Grenzen. Eine Konsequenz aus dieser in vielen Städten zu beobachtenden Entwicklung ist, dass ein Wandel in der  Baumartenwahl notwendig ist, wenn auch in Zukunft in unseren Städten ein gesunder und gut entwickelter Straßenbaumbestand gewünscht ist. Es eröffnet  sich  zunehmend eine Diskussion um die Pflanzung auch nicht heimischer  klimaangepasster Baumarten  und -sorten  und deren Kultivierung in Baumschulen.

 

Verschiedene Projekte, Verbände und Institutionen beschäftigen sich bereits intensiv mit dieser Frage, z.B. das Projekt „Stadt- und Straßenbäume im Klimawandel“ der Stadt Jena, das Projekt „Stadtgrün 2021“ oder das Projekt „Alleen der Zukunft“ des Forschungsverbundes INKA-BB in der Region Berlin-Brandenburg. Auch das Projekt der Hamburger HafenCity Universität (HCU) „Stadtbäume im Klimawandel (SiK): Klimafolgen-Monitoring und Anpassung“ beschäftigt sich mit der Entwicklung eines integrierenden Konzept zur Anpassung des Hamburger Baumbestandes an den Klimawandel.

 

 

An der Kultivierung geeigneter   Bäume für  veränderte Standortbedingungen  arbeitet auch intensiv die Harburger Baumschule Lorenz von Ehren,  die bereits in ihrem  „Klimabaumhain“ in der Baumschule in Harburg eine Reihe solcher Gehölze präsentiert. Das Projekt Klimabaumhain wurde auch mit dem  ersten Platz des 6. Harburger Nachhaltigkeitspreises 2018 ausgezeichnet, weil hier gezeigt wird, so die Begründung der Jury, „wie auch unter  dem Einfluss des Klimawandels das Grün der Stadt erhalten werden  kann – mit  „Klimabäumen“, die ohne zusätzliche Bewässerung, Pflanzenschutzmittel und Dünger auskommen“.

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Petitum/Beschlussvorschlag:

Die Bezirksversammlung möge beschließen:

Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, Vertreter des Bezirksverwaltung Harburg, der Baumschule Lorenz von Ehren  und des  Projektes „Stadtbäume im Klimawandel“ der HCU in den Ausschuss für Klima, Umwelt und Verbraucherschutz (KUV) einzuladen  um  darüber zu berichten, wie sich Arten- und Standortwahl  von Stadtbäumen an  veränderte Stadtklimabedingungen in Harburg orientieren müssen und können.

Insbesondere ist auch  auf Möglichkeiten, Erfahrungen, Bewertung  und Entwicklung der Anpflanzung klimaangepasster  Stadt- und Straßenbäume im Bezirk einzugehen