Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-4047.01  

 
 
Betreff: Stellungnahme zum Antrag DIE LINKE betr. Harburg für Alle! - Expressbuslinie zwischen Harburg und Hamburg Hauptbahnhof einrichten
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antwort/Stellungnahme gem. § 27 BezVG
  Bezüglich:
20-4047
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Inneres, Bürgerservice und Verkehr
17.01.2019 
Sitzung des Ausschusses für Inneres, Bürgerservice und Verkehr      

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) setzen zum Fahrplanwechsel am 09.12.2018 eine Expressbuslinie von Harburg-Rathaus nach Bergedorf um. Die Harburger Politik begrüßt diese Maßnahme und erhofft sich eine Entlastung der S-Bahn Richtung Hauptbahnhof, wo Reisende nach Bergedorf umsteigen müssten. Die Distanz soll in nur 30 Minuten Fahrzeit zurückgelegt werden.

Um schnell in das Stadtzentrum Hamburgs zu kommen, bleibt jedoch für die Harburgerinnen und Harburger weiterhin als einzige Möglichkeit die Benutzung der S-Bahn Linien S3 und S31.

Alternativ mit dem Bus (Linie 154, Berliner Tor) in das Stadtzentrum zu reisen ist nicht unter einer Stunde Fahrzeit möglich.

Als eine weitere Verbindung zum Hauptbahnhof sollte deshalb auch eine Expressbuslinie von Harburg über Veddel und die Elbbrücken zum ZOB erfolgen.

Eine zusätzliche Buslinie im HVV-Tarifgebiet zwischen Hauptbahnhof und Harburg könnte die Harburger Bevölkerung von derzeitigen Problemen im ÖPNV entlasten, denn eine solche Verbindung entlastet die oft überfüllten S-Bahn-Verbindungen zwischen Hamburg und Harburg. Die Harburger Bevölkerung würde durch diese Busverbindung erheblich profitieren. 


Petitum/Beschlussvorschlag:

Die Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, gemeinsam mit dem HVV und der BWVI zu prüfen, ob eine Expressbuslinie zwischen Hamburg-Harburg und dem ZOB am Hauptbahnhof eingesetzt werden kann.

Die Ergebnisse sind im Ausschuss für Inneres, Bürgerservice und Verkehr vorzustellen.

 

 

 

Bezirksversammlung Harburg 16.11.2017

Die Vorsitzende

 

 

 

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation nimmt zu dem Antrag DIE LINKE

Drs. 20-4047 wie folgt Stellung:

 

 

Das Netz der Hamburger Verkehrsverbund GmbH (HVV) ist darauf ausgerichtet, dass der Verkehr über längere Strecken und insbesondere in die Innenstadt von den Schnellbahnen erbracht wird. S- und U-Bahnen bieten nicht nur erheblich höhere Beförderungskapazitäten und kürzere Reisezeiten, auch wird mit dieser seit Jahrzehnten etablierten Form der Elektromobilität ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet. In dem von Schnellbahnen erschlossenen Bereich nehmen Busverkehre grundsätzlich eine Zubringerfunktion zur Schnellbahn ein.

 

Expressbusse sind immer eine erfolgreiche Ergänzung im Verkehrsnetz, wenn Aufkommensschwerpunkte oder herausragende Umsteigepunkte miteinander verbunden werden und kein Schienenverkehr auf dieser Relation existiert.

 

Die neu zum 09.12.2018 einzurichtende Linie E30 zwischen Harburg und Bergdorf entspricht den Anforderungen an eine Express-Buslinie. Durch die Express-Buslinie wird den Fahrgästen ein Umstieg am Hamburger Hauptbahnhof erspart und eine direkte Verbindung ermöglicht.

Im Gegensatz dazu steht die vorgeschlagene Express-Buslinie zwischen Harburg und Hamburg Hauptbahnhof.

 

Zwischen Harburg und dem Hamburger Hauptbahnhof bestehen schnelle und häufige Fahrtmöglichkeiten mit den Zügen der S-Bahn-Linien S3 und S31 sowie zahlreichen Zügen des Regionalverkehrs. Dieses Angebot wird zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 zusätzlich erweitert, insbesondere durch den Einsatz weiterer Langzüge auf der S3, der Verlängerung der Betriebszeiten der Linie S31 montags bis sonnabends bis 21 Uhr auf dem Abschnitt Hauptbahnhof- Harburg Rathaus sowie zusätzlichen Fahrten der Linie RB31.

 

Eine über die Autobahnen geführte Express-Buslinie ohne Zwischenhalte zwischen Harburg und Hamburg Hauptbahnhof erzielt keine geringeren Reisezeiten als mit der S-Bahn oder den Regionalzügen. Durch Zwischenhalte (z.B. Veddel) würden sich die Fahrtzeiten weiter verlängern. Zudem weist eine Express-Buslinie geringere Fahrzeugkapazitäten auf. Für einen vollbesetzten Langzug der S3 wären zehn Gelenkbusse erforderlich, um alle Fahrgäste zu befördern. Eine für die Fahrgäste spürbare Entlastung der S-Bahn ist durch eine parallel verkehrende Express-Buslinie nicht zu erreichen.

 

Die Einrichtung einer Express-Buslinie zwischen Harburg und Hamburg Hauptbahnhof böte trotz hoher Betriebskosten und zusätzlicher Emissionen einen geringen verkehrlichen Nutzen und wird daher auch aufgrund neu eingeführter Maßnahmen zur Angebotsverbesserung der S-Bahn nicht weiter verfolgt werden.

 

 

 

gez. Rajski

 

f.d.R.

Wyzinski