Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-4143  

 
 
Betreff: Antrag der GRÜNEN-Fraktion betr. Taubenproblematik im Bezirk Harburg?
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:GRÜNE-Fraktion / Marek, Jürgen
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Hauptausschuss
16.10.2018 
Sitzung des Hauptausschusses ungeändert beschlossen / überwiesen   
Ausschuss für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz
19.02.2019 
Sitzung des Ausschusses für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz vertagt / verbleibt   
Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz
19.11.2019 
Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz vertagt / verbleibt   
22.09.2020 
Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz      

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

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Sachverhalt:

In Hamburg gibt es, wie in jeder Großstadt Probleme mit Stadttauben. Obwohl es sich um ein vom Menschen gemachtes Problem handelt (Stadttauben sind keine Wildtiere, sondern verwilderte Haustiere, also Nachfahren von seit Jahrtausenden gezüchteten Tieren.), gibt es bisher wenige  nachhaltige Lösungen.

Als Nachfahren der Felsentaube sind Haustauben auf die Gebäude der Stadt als Lebensraum angewiesen und können nicht aufs Land vertrieben werden. Gleichzeitig brüten sie bis zu 6mal im Jahr; wodurch eine starke Vermehrung stattfindet. In der Stadt finden Tauben aber kein artgerechtes Futter. So halten sie sich vornehmlich an Bahnhöfen, Einkaufszonen etc. auf, um nach Essensresten Ausschau zu halten. In Harburg finden wir Taubenpopulationen von jeweils ca. 100-300 Tieren u.a.  am  Harburger Rathaus und Umgebung, im Bereich des Herbert-Wehner-Platzes, im Bereich Lüneburger Tor und Lüneburger Straße, am Seeveplatz  und  am  Harburger Bahnhof ( Quelle: Gruppe „Gandolfs Taubenfreunde Hamburg“)

Der Notstand der Tauben macht sie zum Ärgernis. Die Verschmutzung von öffentlichen Plätzen, Einkaufszonen und Bänken durch Taubenkot ist hoch. Durch flächendeckende Vergrämungen (Netze, Spikes, etc.) werden die Stadttauben von  bestimmten Orten ferngehalten und gleichzeitig auf andere Plätze gezwungen, wo es zu einer Überbelegung, Verkotung und zu Kämpfen zwischen rivalisierenden Täubern kommt.

Eine nachhaltige und tierschutzgerechte Lösung der Stadttaubenproblematik ist der Bau von Taubenschlägen. In vielen deutschen Städten wurden damit in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht. Das sogenannte Aachener oder Augsburger Modell setzt auf Konzentrierung  und Fütterung der Tauben in Taubenschlägen einschließlich der Geburtenkontrolle durch Eieraustausch.

Insgesamt ergeben sich folgende Vorteile aus dem Angebot derartiger Taubenschläge: Die Tiere halten sich vorwiegend am und im Schlag auf. es gibt kaum noch Tauben auf Gehwegen und Fassaden. Artgerechtes Futter führt zu gesunden Tieren, kranke und verletzte Tiere können leicht isoliert werden. Der Austausch der Eier durch Gipseier führt zu einer systematischen Populationskontrolle

 

Auf Betreiben des Hamburger Tierschutzvereins e.V. gibt es auch in Hamburg bereits zwei Taubenschläge – im sogenannten 'Mäuseturm' am Hauptbahnhof und in der Böckmannstraße am Steindamm. Auch das Bezirksamt Altona befasst sich mit der Einrichtung eines Taubenschlages

 

 

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Petitum/Beschlussvorschlag:

Die Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, Vertreter der Bezirksverwaltung in den Ausschuss für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz (GUV) einzuladen, um über die Situation der Stadttauben im Bezirk zu berichten. Insbesondere soll auch über Aktivitäten zur tierschutzgerechten Eindämmung von Taubenpopulationen berichtet werden und die Möglichkeit der Installation eines Taubenschlages im Stadtgebiet in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Tierschutzverein geprüft werden.