Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-3881  

 
 
Betreff: Anfrage AfD betr. Leerstand Immobilie Neugraben/Fischbek
Status:öffentlichDrucksache-Art:Anfrage gem. § 27 BezVG
Verfasser:AfD-Fraktion / Bischoff, Ulf / Bodó, Ludwig / Feineis, Harald
Federführend:Interner Service Beteiligt:D 4 - Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt
    Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung
Beratungsfolge:

Sachverhalt

ALLRIS net Ratsinformation

Sachverhalt:

„Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ (Artikel 14 GG)

 

Im Gannerbarg 31 in Neugraben-Fischbek steht seit Jahren eine öffentliche Immobilie leer. Es handelt sich um ein für diese Gegend klassisches Siedlungshaus aus den 30er Jahren auf 1.238 Quadratmetern Grund. Die letzten Mieter dieses Einfamilienhauses mussten vor rund vier Jahren das Haus gegen eine Ausgleichswohnung tauschen. Seitdem ist die Immobilie unbewohnt und der Garten verwildert.

 

Auf „Docplayer“[1][1] wurde die Immobilie vom PMC-Immobilienmanagement im Auftrag der Freien und Hansestadt (FHH) im Gebotsverfahren zum Kauf angeboten. Mindestgebot: 400.000 Euro, Gebotsende war der 7.11.2017. Anbieter der Immobilie ist im Rechtssinne die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH), vertreten durch den Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG). „Das Grundstücksangebot ist  lediglich  eine  öffentliche,  für  den  Anbieter  unverbindliche Aufforderung  zur  Abgabe  eines  Angebots“, heißt es dort. Und: „Die FHH behält sich die volle Entscheidungsfreiheit vor, ob, wann, an wen und zu welchen Bedingungen der Verkauf erfolgt“.

 

Im hinteren Teil des Grundstückes existiert nach Angaben der Stadt „allgemeiner Bombenblindgängerverdacht durch einen registrierten Verdachtspunkt“.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir:

 

  1. Wann wurde der letzte Mieter dieses Hauses mit welcher Begründung „vor die Tür gesetzt“?

 

  1. Ist es richtig, dass die Immobilie erstmals im November 2017 (Grundbuchauszug und Energieausweis aus 2017), also nach rund dreieinhalb Jahren Leerstand, zum Kauf angeboten wurde? Wenn ja, warum geschah dies nicht eher, wenn nein, wann wurde sie dann konkret zum Kauf angeboten und mit welchem Ergebnis?

 

  1. Die Stadt legt das Mindestgebot mit 400.000 Euro fest. Wie hoch bemisst sie den Grundstückspreis? Wie hoch beziffert sie den Wert des Hauses?

 

  1. Am 18. und 21.10.2017 gab es Besichtigungstermine. Wie viele Interessierte haben dieses Angebot wahrgenommen und mit welchem Ergebnis?

 

  1. Weiter heißt es: Zur Aufhebung des Kampfmittelverdachts sind Verdachtsflächen durch ein geeignetes Unternehmen zu untersuchen. Woraus begründet sich der Verdacht von Kampfmitteln?

 

  1. Wieso wird dieses Grundstück nicht in einer attraktiveren Form verkauft, indem eine kaum zu kalkulierende „Belastung“, wie die des Kampfmittelverdachts, zuvor ausgeräumt, wenigstens aber abgeklärt wird?

 

  1. Eine rückwärtige Bebauung des Grundstücks ist nicht möglich. Die GRZ liegt bei 0,2, die GFZ beträgt 0,3. Wie vertritt die FHH einen Kaufpreis in der Höhe von 400.000 Euro in Anbetracht dieser einschränkenden Vorgaben sowie der eventuellen Kosten für Kampfmittelräumung und den anzunehmenden Abrisskosten für den Altbestand?

 

  1. In welchen Internetforen außer „docplayer“ wurde die Immobilie angeboten bzw. wie und wo hat PMC-Immobilienmanagement das Angebot darüber hinaus beworben?

 

  1. Was ist aktueller Stand und wie gedenkt die Behörde, zukünftig mit der Immobilie zu verfahren?



 

[1] http://docplayer.org/71903744-Immobilienangebot-im-auftrag-der-freien-und-hansestadt-hamburg-einfamilienhaus-gannerbarg-31-hamburg-neugraben-fischbek.html