Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-3543  

 
 
Betreff: Antrag DIE LINKE betr.: Harburg für Alle! - Kein Einsatz von Glyphosat im Bezirk Harburg
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:DIE LINKE / Lohmann, Jörn / Lenthe, André / Baksi, Kadriye / Peters, Sven / Aras, Sahbattin
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Harburg
27.02.2018 
Sitzung der Bezirksversammlung Harburg zurückgezogen / erledigt   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

Es gibt mehrere Studien, die einen Zusammenhang zwischen chronischem Botulismus bei Tieren und Glyphosat in deren Futter darlegen. Auch Pflanzenkrankheiten werden mit Glyphosat in Zusammenhang gebracht. Datenanalysen haben ergeben, dass der Einsatz von Glyphosat Kreuzresistenzen mit Antibiotika hervorrufen kann, dass also Mikroorganismen, die resistent gegen Glyphosat werden, gleichzeitig auch Resistenzen gegen Antibiotika ausbilden. Es gibt Hinweise, dass Glyphosat und seine Abbauprodukte Neurotransmitter im Gehirn beeinflussen können, die für die Reizübertragung zwischen Nervenzellen zuständig sind.

Der Wirkstoff Glyphosat steht außerdem laut einigen Studien im Verdacht, krebserregend zu sein. Die WHO stuft den Wirkstoff als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Nicht zuletzt entzieht die flächenweise vollständige Vernichtung von Wildpflanzen Insekten einen nicht unerheblichen Teil des Nahrungsangebots und gefährdet so indirekt den Insektenbestand. Auch wenn die Auswirkungen von Glyphosat noch nicht vollständig erforscht sind, sind die bisherigen Erkenntnisse und Bedenken so gravierend, dass der Einsatz vom Glyphosat im Entscheidungsbereich des Bezirkes unterbunden werden sollte.

 

 


Petitum/Beschlussvorschlag:

Die Vorsitzende der Bezirksversammlung möge sich bei den zuständigen Stellen dafür einsetzen:

1) Künftig wird in Verträge über die Verpachtung städtischer Flächen aufgenommen, dass auf den Flächen kein Glyphosat eingesetzt werden darf. Sowohl bei Neuverpachtungen als auch bei der Verlängerung auslaufender Pachtverträge wird der Glyphosatverzicht verrtraglich abgesichert.

2) Der Bezirk verzichtet bei der Grünanlagenpflege auch künftig auf den Einsatz von Glyphosat.