Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-3525  

 
 
Betreff: Antrag SPD betr. ‚smartes‘ Heizen - für Umwelt und Geldbeutel
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:SPD-Fraktion / Olowson-Saviolaki, Eftichia / Gajewski, Katharina / Schmager, Ronja / Schucher, Jan-Philipp
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Harburg
27.02.2018 
Sitzung der Bezirksversammlung Harburg      

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

Bis zu 30 % Heizkosten senken. So lauten die Prognosen für den Einsatz smarter Heizsysteme. Darunter versteht man u.a. Heizkörperthermostate, über die individuelle Heizprofile einzelner Räume und Heizkörper erstellt werden können. Diese können zum Teil über Apps auch aus der Ferne bedient werden, über Fenstersensoren können beim Lüften die Heizkörper automatisch abgeschaltet werden und bei manchen Systemen wird sogar erkannt, ob sich die Bewohner überhaupt noch in der Wohnung aufhalten oder sie schon verlassen haben, um die Heizleistung dem aktuellen Bedarf anzupassen. 30 % weniger Heizkosten bedeutet dabei nicht nur ein ‚Mehr‘ im Geldbeutel der Bewohner sondern auch mehr Umweltschutz durch weniger klimaschädliche Emission und Ressourcenschutz.

 

Laut dem Heizspiegel 2017 des Deutschen Mieterbunds werden im Schnitt 800 € Heizkosten für eine 70 qm große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus je Jahr gezahlt. Die Spannweite liegt dabei von 550 € bis 1.200 €. Die mögliche Ersparnis somit bei bis zu 360 € im Jahr. Der CO2-Ausstoß je Kilowattstunde liegt zwischen 0,25 kg bei Erdgas und 0,319 kg bei Heizöl, der mittlere Verbrauch eines Mehrfamilienhauses liegt bei gut 150 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr. Das Einsparpotenzial bei einer 70 qm großen Wohnung somit bei bis zu einer Tonne CO2 im Jahr.

Bei Anschaffungskosten von wenigen Hundert Euro für smarte Heizsysteme amortisieren sich diese oftmals schon innerhalb von weniger als zwei Jahren.

 

Leider sind aber viele Haushalte in Hamburg nicht in der Lage, derartige Investitionen einmalig aufzubringen. Viele Mieter sind zu arm, um sparen zu können. Stattdessen zahlen sie dauerhaft erhöhte Heizkosten, obwohl dies nicht nötig wäre. Sie schaden dadurch – ohne es zu wollen – sich und der Umwelt.

 

Mit mehr als 132.000 Wohnungen schlummert bei der SAGA als städtischem Wohnungsunternehmen ein enormes Sparpotenzial zu Gunsten der Mieter und der Umwelt. Die SAGA sollte dieses Potenzial auch heben und weiterhin als Vorreiter in Hamburg Zeichen setzen.


Petitum/Beschlussvorschlag:

Die Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, die SAGA bzw. die zuständige Behörde für ein Modellvorhaben zu gewinnen, bei dem die Sparpotenziale durch smartes Heizen ermittelt werden. Dazu sind im entsprechenden Umfang (z.B. 100 Wohnungen) Mieter im Bezirk Harburg zu gewinnen, die sich an dem Projekt beteiligen. Diesen sind die entsprechenden Gerätschaften zur Verfügung zu stellen. 

 

Die teilnehmenden Mieter sind in die Nutzung der Geräte umfassend einzuweisen und im Projektverlauf darin zu unterstützen.

 

Vorrangig sollte dieses Projekt in Stadtteilen mit hohem Wohnungsbestand der SAGA mit gleichzeitig niedrigerem ökonomischen Status durchgeführt werden, um durch die räumliche Verdichtung eine gute Begleitung sicherzustellen. Dabei bieten sich im Bezirk Harburg sowohl die Siedlung Sandbek (Neugraben-Fischbek) als auch Neuwiedenthal (Hausbruch) an.

 

Das Projekt ist begleitend zu evaluieren und die Verbrauche fortlaufend und rückwirkend zu vergleichen, so dass eine Kosten-Nutzen-Analyse vorgenommen werden kann.

 

Bei entsprechender Wirkung ist das Projekt zu verstetigen und auf alle Mieter der SAGA auszuweiten.