Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-3515  

 
 
Betreff: Anfrage gem. §27 BezVG der GRÜNEN-Fraktion betr. Hohes Verkehrsaufkommen zu Unterrichtsbeginn vor Harburger Schulen
Status:öffentlichDrucksache-Art:Anfrage gem. § 27 BezVG
Verfasser:GRÜNE-Fraktion / Marek, Regina / Herrmann, Britta / Marek, Jürgen
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:

Sachverhalt

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Sachverhalt:

Damit Eltern und ihre Kinder allein zu Fuß gehen lassen oder sie dabei begleiten, gibt es seit 2000 den jährlichen internationalen "Zu Fuß zur Schule"-Tag. In Hamburg machten 2017 etwa 10.000 Grundschüler bei der Aktion mit. Sie waren aufgefordert, zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen, statt sich von ihren Eltern fahren zu lassen. 40 Grundschulen beteiligen sich an der insgesamt dreiwöchigen Aktion. Ziel ist es, dass die Kinder lernen, sich möglichst früh sicher und selbstständig im Straßenverkehr zu bewegen. 2017 wurde auch die Schule mit den meisten Fußgängern gekürt – die Schule Redder in Sasel mit nur 0,61 Prozent Kindern, die zur Schule gefahren werden. Die Schule Archenholzstraße in Billstedt hat die größten Fortschritte innerhalb einer Woche gemacht. Um 41 Prozent haben die "Elterntaxi-Fahrten" abgenommen, hat die Zählung ergeben.

Während der Aktionswochen werden die Eltern von der Schulleitung und den Elternräten aufgefordert, ihre Kinder nicht direkt vor der Schule aus dem Auto aussteigen zu lassen, sondern an Sammelstellen, etwa 300 Meter weg von der Schule, an denen das Aussteigen sicherer sein soll. Von dort aus sollen die Kinder dann zu Fuß in die Schule gehen und bekommen dort einen Stempel in ihr Stempelkärtchen. Drei Wochen lang können sie jeden Tag, an dem sie zu Fuß in die Schule gekommen sind, stempeln. In dieser Zeit und natürlich eigentlich auch darüber hinaus sollen Eltern nicht in den Einfahrten der Schulhöfe oder auf der Straße halten, um das Kind aussteigen zu lassen: zu gefährlich.

Matthias Dehler vom Referat für Mobilität- und Verkehrserziehung der Schulbehörde: "Die Eltern möchten ihre Kinder vor den Gefahren des Verkehrs schützen. Sie bedenken allerdings nicht, dass sie damit den Verkehr rund um die Schule erhöhen und Kinder im Auto auch einem Unfallrisiko ausgesetzt sind. Gerade, wenn es morgens hektisch wird." Bei 30 Prozent aller schweren Schulwegunfälle sind die Kinder nicht etwa beim Zu-Fuß-Gehen verletzt worden, sondern saßen im Auto.

Für viele Eltern ist das Zu-Fuß-Gehen ohnehin selbstverständlich. Denn dabei wird nicht nur die Umwelt geschont, die Bewegung, das Herumtollen oder Fahrradfahren macht Spaß. Dennoch bewegen sich Kinder immer weniger. Vor 30 Jahren waren Kinder täglich vier Stunden draußen. Laut Verkehrsclub Deutschland bewegen sich Kinder heute nur noch 30 Minuten am Tag, sitzen aber neun Stunden.

Trotz der „Zu-Fuß-Geh“-Aktionen ist vor Harburgs Schulen besonders morgens zu Schulbeginn und zum Schulschluss ein hohes Verkehrsaufkommen zu beobachten.

Elternrat und Schulleitung in einigen Hamburger Schulen wollen nun Elternlotsen etablieren, die den Kindern den Weg zur Schule weisen. Ziel ist es, sichere Bring- und Abholzonen in der Nähe zu zeigen, damit die Kinder den Rest zu Fuß gehen. Sebastian Ulrich von der Deutschen Verkehrswacht bildet Lotsen aus. Zehn bis 20 Freiwillige pro Schule seien nötig. Die Nachfrage steigt. Im vergangenen Jahr gab es in Hamburg 185 Elternlotsen, in diesem Jahr sind es bereits 264 an neun Schulen.

 

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir die zuständigen Fachbehörden

1.      Werden die bestehenden Geschwindigkeitsbegrenzungen vor Harburger Schulen eingehalten?

2.      Wie hoch ist das Verkehrsaufkommen vor und nach dem Unterricht vor Harburger Schulen? Gibt es Staus und Verkehrsbehinderungen?

3.      Nehmen Harburger Schulen am jährlichen „Zu Fuß zur Schule -Tag“ teil? Wie viele Schülerinnen und Schüler sind beteiligt? Sind langfristige Verhaltensänderungen von Eltern und Schülerinnen und Schülern aufgrund der Aktionstage nachweisbar?

4.      Gibt es an Harburger Schulen Beschlüsse der schulischen Gremien „Zu Fuß zur Schule Aktionen“ über einen Aktionstag hinaus zu verstetigen und zu institutionalisieren? Wenn ja, welche Erfahrungen liegen mit der Umsetzung vor?

5.      Werden in Harburg Elternlotsen ausgebildet, um Schülerinnen und Schülern den sicheren Schulweg zeigen zu können?