Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-3448  

 
 
Betreff: Antrag SPD betr. Medizinische Versorgung - Kinderärzte für Harburg und Süderelbe
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:SPD-Fraktion / Olowson-Saviolaki, Eftichia / Gajewski, Katharina / Loss, Claudia
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Harburg
30.01.2018 
Sitzung der Bezirksversammlung Harburg ungeändert beschlossen / überwiesen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:
Die Verbesserung der medizinischen Versorgung im Bezirk Harburg ist ein Ziel, dass die SPD-Fraktion schon seit langem verfolgt. In der laufenden Legislatur der Bezirksversammlung hat sie dazu inzwischen eine zweistellige Anzahl von Anfragen und Anträgen eingebracht.

Die offensichtliche zu geringe regionale Versorgung vor allem mit Haus- und Kinderarztsitzen ist ein Problem, das in einem stark anwachsenden Bezirk an Bedeutung zunimmt. Auf die Hinweise an die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) und die Kassenärztliche Vereinigung (KVH) ist nun endlich reagiert worden. Wir begrüßen sehr, dass die KVH auf Basis einer eigenen Studie unsere Auffassung teilen kann und Verbesserungen ankündigt.

Die KVH hat bekanntgegeben, dass in Hamburg - trotz rechnerischer Überversorgung - vier zusätzliche Kinderarztsitze genehmigt werden sollen. Dies ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, wenn auch nicht ausreichend.

Bie BGV merkt völlig zu Recht an: "Es wird Zeit, dass auf der Bundesebene eine neue Bedarfsplanungsrichtlinie erarbeitet wird, damit man regional dem Versorgungsbedarf, der Bevölkerungsentwicklung und dem Faktor der Umlandversorgung besser Rechnung tragen kann.“

Dies wird von der SPD-Fraktion Harburg schon lange gefordert. Dabei sind insbesondere bei der Grundversorgung regionale und innerbezirkliche Versorgungsregionen zu betrachten. Die Betrachtung von ganz Hamburg als einen einheitlichen Versorgungsraum, berücksichtigt dies nicht in ausreichendem Maße.

Die Aufstockung um vier Kinderarztsitze reicht dabei vermutlich nicht aus. Die KVH betont, "die zusätzlichen Sitze sollen vorrangig in den Bezirken Nord, Mitte, Harburg und Bergedorf geschaffen werden".

Dies sind laut KVH die Bezirke mit "absolutem Handlungsbedarf" aber auch Eimsbüttel, Altona und Wandsbek nähern sich der Überlastung. Dies geht aus den Ergebnissen einer Studie der Stabsstelle Vorstand Analyse & Strategie der KVH hervor.

 

Schon der aktuelle Bedarf im Bezirk Harburg geht wohl über diesen (rechnerisch) einen Arztsitz hinaus und wird bei dem anhaltenden Bevölkerungswachstum weiter steigen. Gleichzeitig ist der inhaltliche Umfang von Vorsorgeuntersuchungen gestiegen.

Um eine bedarfsgerechte Versorgung zu gewährleisten, müssen somit weitere Schritte folgen. In den anderen genannten Bezirken sieht es vermutlich wenig anders aus.


Petitum/Beschlussvorschlag:
Die Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, sich mit der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) und der Kassenärztlichen Vereinigung (KVH) in Verbindung zu setzen und dafür einzusetzen, dass 

 

(a) der in Aussicht gestellte Kinderarztsitz an geeigneter Stelle im Bezirk Harburg angesiedelt wird. Dabei ist auf eine ausgewogene regionale Versorgung zu achten,

(b) einer möglichen Verlegung von Haus- und Kinderarztsitzen aus dem Bezirk Harburg in andere Bezirke mit besserer Versorgung nicht zugestimmt wird,

(c) bei der Verlegung von Haus- und Kinderarztsitzen innerhalb des Bezirks Harburg auf eine sinnvolle regionale Verteilung in Harburg und Süderelbe geachtet wird,

(d) unter der Betrachtung der Bevölkerungsentwicklung kurz- und mittelfristig weitere zusätzliche Haus- und Kinderarztsitze genehmigt werden,

(e) die Studie der KVH dem Ausschuss für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz zur Verfügung zu stellen.

Stammbaum:
20-3448   Antrag SPD betr. Medizinische Versorgung - Kinderärzte für Harburg und Süderelbe   Interner Service   Antrag
20-3448.01   Stellungnahme zum Antrag SPD betr. Medizinische Versorgung - Kinderärzte für Harburg und Süderelbe   Interner Service   Antwort/Stellungnahme gem. § 27 BezVG