Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-1348.01  

 
 
Betreff: Stellungnahme zum Antrag Neue Liberale betr. Radweg an der Heimfelder Straße darf nicht ersatzlos abgebaut werden.
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes
  Bezüglich:
20-1348
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Inneres, Bürgerservice und Verkehr
18.01.2018 
Sitzung des Ausschusses für Inneres, Bürgerservice und Verkehr zurückgezogen / erledigt   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

 

Laut Berichterstattung im Regionalausschuss Harburg am 10.02.2016 sind im Zuge der Um -und Neugestaltung im Einzugsbereich des S-Bahnhofs Heimfeld auch Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs vorgesehen.

 

So soll es nach jahrelangem Ringen endlich moderne und überdachte Fahrradabstellplätze geben. Gleichzeitig ist eine geänderte Radverkehrsführung an der Südseite der Heimfelder Straße geplant. 

 

Die bisherigen Planungen favorisieren dabei einen gänzlichen Rückbau des derzeitig vorhandenen  Radweges zwischen Milchgrund und Alter Postweg. Der Radverkehr solle künftig- so Planer und Verwaltung- auf die Fahrbahn geführt werden.

 

Leider wurde bereits im Jahre 2012 der besonders gut erhaltene Radweg auf der Nordseite zudem ohne Beteiligung der Bezirkspolitik- ersatzlos abgebaut.

 

Darüber gab und gibt es auch heute noch massive Bürgerbeschwerden. Viele Radfahrer mögen wegen des erheblichen Verkehrsaufkommens und wegen hoher Geschwindigkeit vieler Fahrzeuge nicht auf der Fahrbahn fahren, sondern fahren rechtswidrig auf dem Bürgersteig. 

 

Der ersatzlose Rückbau eines Radweges an einer Durchfahrtsstraße mit regelmäßigem Busverkehr ist deshalb so nicht hinnehmbar. Weder gilt in der Heimfelder Straße Tempo-30, noch sind irgendwelche alternativen Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs getroffen worden. Die Heimfelder Straße ist Teil der Fahrradroute (Alltagsroute)11.04. Die Bezirksversammlung hat bereits 2010 beschlossen, dass die Heimfelder Straße zeitnah fahrradgerecht auszubauen bzw. umzugestalten ist.

 

Das entsprechende Planungsgutachten zur Umsetzung sieht dort, wo der Radweg abgebaut werden soll, eine Verbreiterung des Radweges vor.

 

Soweit diese Planungen von 2010 heute für überholt gehalten werden, so ist es gleichwohl dringend ratsam,  überfällige Verbesserungen für den Radverkehr endlich durchzusetzen. Ein etwaiger Rückbau  des Radwegs ist besonders zwischen Milchgrund und Thörlstraße, wo der Gehweg neben dem Radweg relativ breit ist, solange nicht vertretbar, wie alternative Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs hier nicht getroffen werden.

 


Petitum/Beschluss:

 

Die Bezirksversammlung möge beschließen:

 

1. Die Verwaltung wird aufgefordert, auf den Rückbau des Radwegs auf der Südseite der Heimfelder Straße solange zu verzichten, wie nicht alternative Maßnahmen zur optimierten Radverkehrsführung getroffen wurden.

 

2. Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, unter welchen Voraussetzungen auf der Südseite der Heimfelder Straße Radstreifen oder Fahrradschutzstreifen markiert werden können.

 

3. Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten bei der zuständigen Fachbehörde Maßnahmen der Verkehrsberuhigung für die Heimfelder Straße prüfen zu lassen.

 

4. Über Ergebnisse und Zwischenergebnisse der Prüfungen soll im Regionalausschuss Harburg berichtet werden.

 

Antrag der Abgeordneten Kay Wolkau, Isabel Wiest, Barbara Lewy

 

Harburg, 03.03.2016

 

Kay Wolkau

Fraktionsvorsitzender

f. d. R.

 

 

 

FREIE UND HANSESTADT HAMBURG

Bezirksamt Harburg

 

 

05.01.2018

 

 

Das Bezirksamt Harburg nimmt zu dem Antrag der GRÜNE Fraktion (Drs. 20-1348) wie folgt Stellung:

 

zu 1.:

Die Verkehrsuntersuchung von Radwegrouten im Jahr 2009 hat eine Verbreiterung des Radweges zwischen Lohmannsweg und Bansenstraße vorgesehen. Die damals vorgesehenen Breiten für Rad- und Gehwege entsprechen jedoch nicht mehr den heute geltenden Regelwerken, sodass eine Umsetzung entsprechend damaliger Empfehlung nicht möglich ist. Somit wurden mögliche Alternativen berücksichtigt und abgewogen. Der Radweg wurde 2017 zwischen Lohmannsweg und Alter Postweg zurückgebaut. Dadurch ist eine auskömmliche Gehwegbreite entstanden, und die Unfallgefahr für Radfahrende durch rechtsabbiegende Kraftfahrzeuge wurde deutlich gemindert. 

 

zu 2.:

Im Rahmen der „Untersuchung zur kurzfristigen Umsetzbarkeit markierter Radverkehrsführungen“ im Jahr 2010 wurde ebenfalls das Potenzial des Querschnittes überprüft. Für den Bereich Lohmannsweg bis Alter Postweg wurde Folgendes festgestellt:

„Bei einem Verkehrsaufkommen von maximal nur rd. 370kfz/h sind gemäß Richtlinie keine besonderen Maßnahmen für Radfahrer erforderlich. Schutzstreifen wären bei Aufhebung eines der Parkstreifen möglich. Der dazu nötige bauliche Aufwand mit Eingriff in den Baumbestand wäre unverhältnismäßig.“

 

zu 3.:

Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung wurden bereits seitens der BIS geprüft und wegen einer unzureichenden Gefahrenlage für den Radfahrer abgelehnt. Nachdem entsprechende Verhandlungen auf der Arbeitsebene nicht zum Erfolg geführt hatten, hat der Bezirksamtsleiter den Innensenator persönlich in einem Brief gebeten, auf der Heimfelder Straße eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h anordnen zu lassen. Der Innensenator hat dies abgelehnt.      

 

 

 

Die Belange von Kindern und Jugendlichen wurden im Rahmen der Zuständigkeit des Bezirksamtes geprüft und berücksichtigt.

 

 

 

gez. Trispel

 

 

Stammbaum:
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