Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-3206  

 
 
Betreff: Anfrage gem. § 27 BezBG NEUE LIBERALE: Schutz vor Autobahnlärm in Wohngebieten von Eißendorf und Marmstorf
Status:öffentlichDrucksache-Art:Anfrage gem. § 27 BezVG
Verfasser:Neue Liberale Fraktion Harburg; Wolkau, Kay; Wiest, Isabel; Lewy, Barbara
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:

Sachverhalt

Sachverhalt:

Zahlreichen Bürgerbeschwerden zufolge sind viele Anwohner in Eißendorf und Marmstorf von erheblichem Verkehrslärm betroffen, der von der A7 herrührt. Die Zahl der vom Lärm Betroffenen dürfte geschätzt bei 2000 bis 4000 Personen liegen.

 Den seit Jahren steigenden Verkehrszahlen auf der A7 wird hier nicht mit zusätzlichen Lärmschutzmaßnahmen begegnet. Nicht einmal auf Höhe der vorhandenen Nothaltebuchen gibt es Lärmschutzwände.

Die Lärmbelastungen sind in den autobahnnahen Wohnbereichen – insbesondere in Eißendorf und Marmstorf – durch geringe Abstände zur Autobahn A 7 und dem Zubringer zur A 261 sehr hoch. Dies gilt vor allem bei Süd- und Südwestwind.

Das Institut für Wetter- und Klima Kommunikation hat bereits 2013 insbesondere für Eißendorf die höchsten nachhaltigen Windgeschwindigkeiten in ganz Hamburg von mehr als 7 m/s gemessen. Der vorhandene Wald scheint als Lärmpuffer in keiner Weise ausreichend, da der Wald teilweise tiefer liegt als die Wohnhäuser und  hierdurch erhebliche Lärmschneisen aus südlicher / südwestlicher Richtung bestehen. 

Trotz dieser Problemlage sind Lärmschutzmaßnahmen im Rahmen der  aktualisierten Lärmaktionsplanung 2017 offenbar nicht vorgesehen.

So könnten entlang des entsprechenden Streckenabschnitts –so wie bereits ab 1997 auf dem Autobahnabschnitt der A7 zwischen  Marmstorf und  Sinstorf geschehen- Lärmschutzwände errichtet werden. Aber auch ein deutliches Tempolimit wäre eine hilfreiche Maßnahme, da wegen des abschüssigen Geländes vor allem von Motorradfahrern gerne besonders schnell gefahren wird.

Eine Prüfung von geeigneten Lärmschutzmaßnahmen ist vor diesem Hintergrund dringend geboten.       

Vor diesem Hintergrund fragen wir die zuständigen Senatsbehörden:

1.) Wie viele Fahrzeuge befahren aktuell im Schnitt täglich und beidseitig den Streckenabschnitt Marmstorf bis Heimfeld auf der A 7?

2.) Wie viele Fahrzeuge befahren aktuell im Schnitt täglich und beidseitig den Streckenabschnitt Rosengarten bis Marmstorf auf der A 261?

3.) Aus welchem Jahr stammen die letzten Zählungen hierzu und wann sind weitere Zählungen geplant?

4.) Wie hat sich die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) in den letzten zehn Jahren entwickelt? Bitte je Streckenabschnitt (Fragen 1 und 2) auflisten.

5.) Welche Sanierungs-, Ausbau -, und Lärmschutzmaßnahmen wurden in den letzten zehn Jahren auf den genannten Streckenabschnitten vorgenommen? Bitte je Streckenabschnitt auflisten.

6.) Welche Sanierungs-, Ausbau -, und Lärmschutzmaßnahmen werden in den nächsten fünf Jahren auf den genannten Streckenabschnitten vorgenommen? Bitte je Streckenabschnitt auflisten.

7.) Wann wurde zuletzt die Lärmbelastung in den autobahnnahen Wohnbereichen von Eißendorf, Heimfeld und Marmstorf gemessen und mit welchem Ergebnis?

8.) Wann sind weitere Messungen dort geplant?

9.) Wie erklärt es sich, dass im Autobahnabschnitt der A7 zwischen  Marmstorf und  Sinstorf ab dem Jahr 1997  Lärmschutzwände installiert wurden, obwohl damals keinerlei Ausbaumaßnahmen vorgenommen wurden?

10.) Unter welchen Voraussetzungen wäre aus Sicht der zuständigen Behörde der Bau von Lärmschutzwänden an der A7 zum Schutze der autobahnnahen Wohngebiete in Eißendorf und Marmstorf möglich?

11.) Kommt aus Sicht der zuständigen Behörde  ein Tempolimit auf dem entsprechenden Streckenabschnitt der A7 Richtung Süden in Betracht? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?

12.) Welche Möglichkeiten hat die zuständige Behörde ein solches Tempolimit ggf. durchzusetzen oder wenigstens zu befördern? (Bitte die Verfahrenswege genau  aufzeigen!) 

13.) Trifft es zu, dass in den neuen Lärmkarten für 2017 keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zu 2012 vorgenommen wurden? Wenn ja, warum wurden - insbesondere für den hier in Rede stehenden Bereich -  keine Veränderungen vorgenommen? Wenn nein, welche Änderungen gab es? 

14.) Nach der Lärmkartierung 2012 lagen bereits damals in den autobahnnahen Wohngebieten  Eißendorfs und Marmstorfs die LDEN-Pegel bei 65-70 dB (A) bzw. die Lnight-Pegel bei 55-60 dB (A). Von welchem Lärmpegel geht die zuständige Behörde für 2017 aus? Sind die besonderen Gegebenheiten der Windverhältnisse aus südlicher-/südwestlicher Richtung berücksichtigt worden? Wenn ja, in welcher Weise? Wenn nein, warum nicht ?

Anfrage der Abgeordneten Kay Wolkau, Isabel Wiest, Barbara Lewy

Harburg, 05.10.2017

Kay Wolkau

Fraktionsvorsitzender

f. d. R.