Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-3145  

 
 
Betreff: Antrag DIE LINKE betr. Harburg für Alle! - Aus den Augen, aus dem Sinn? Wo treffen sich die Alkohol konsumierenden Menschen vom Rathausplatz und ist ihre Betreuung gesichert?
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:DIE LINKE; Lohmann, Jörn; Lenthe, André; Baksi, Kadriye; Peters, Sven;
Aras, Sahbattin
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Harburg
26.09.2017 
Sitzung der Bezirksversammlung Harburg vertagt / verbleibt   
24.10.2017 
Sitzung der Bezirksversammlung Harburg abgelehnt   
Hauptausschuss
10.10.2017 
Sitzung des Hauptausschusses (offen)   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

Seit dem 16. August besteht auf dem Harburger Rathausplatz ein Alkoholverbot. Die teilweise obdachlosen Alkoholkonsumierenden sollen nicht mehr das von den Verfechtern des Alkoholverbotes favorisierte Bezirksbild stören. Wo aber treffen sich die Menschen jetzt? Sie haben sich nicht in Luft aufgelöst! Nicht jede Ecke unseres Bezirks ist so übersichtlich wie der Rathausplatz. Wie von unserer Fraktion befürchtet, hat sich die Szene nur auf andere Orte der Harburger City verteilt, z. B. vor den Netto-Markt am Harburger Ring, in die Kalischerstraße oder an den Hastedtplatz. Diese Menschen mit der notwendigen Hilfe der Sozialarbeit  zu erreichen, z. B. durch die Straßensozialarbeiter/innen des Hans-Fitze-Hauses, ist durch das Verbot stark erschwert worden. Statt einer größeren Trinkerszene gibt es nun mehrere kleine. Die Betreuung der zum Teil hilfsbedürftigen Menschen erfordert aufgrund dieser Zersplitterung mehr Aufwand und vor allem mehr Mitarbeiter/innen in der Sozialarbeit. Laut unserer Anfrage (Drs.20-3078.01) ist jedoch keine personelle Aufstockung der Straßensozialarbeit geplant. Es wird nach dem Motto verfahren: “Aus den Augen, aus dem Sinn”.  Man hat das Problem aber nicht gelöst, sondern nur verlagert und lässt so für die betroffenen Menschen und unseren Bezirk an anderen Stellen neue Probleme entstehen. Verdrängt aus dem öffentlichen Blickwinkel, könnte so für viele die nötige Hilfe in Grenzsituationen zu spät kommen. 

 


Petitum/Beschlussvorschlag:

Die Bezirksverwaltung wird gebeten, eine/n zuständige/n Mitarbeiter/in der Verwaltung in den Ausschuss für Soziales, Bildung und Integration zu entsenden und dazu eine/n Straßensozialarbeiter/in des Hans Fitze-Hauses einzuladen, um sich jeweils zur geschilderten Problematik zu äußern und um ein Konzept vorzustellen, wie die Straßensozialarbeit unter diesen erschwerten Bedingungen erfolgreich weitergeführt werden kann, ohne dass die hilfsbedürftigen alkoholabhängigen Menschen noch weiter ins Abseits gedrängt werden.