Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-2997  

 
 
Betreff: Antrag CDU betr. Türkischer Konsulatsunterricht im Bezirk Harburg
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:CDU-Fraktion; Fischer-Pinz, Brit-Meike; Jaeger, Dr. Antje; Schaefer, Michael
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Harburg
27.06.2017 
Sitzung der Bezirksversammlung Harburg ungeändert beschlossen / überwiesen   
Ausschuss für Soziales, Bildung und Integration

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

Nach aktuellen Daten haben im Schuljahr 2015/16 an zumindest 9 Harburger Schulen mehr als 100 Kinder am türkischen Konsulatsunterricht teilgenommen. Grundlage derartiger Regelungen ist "die Richtlinie des Rates der EG vom 25. Juli 1977 über die schulische Betreuung der Kinder von Wanderarbeitnehmern".

Die Hansestadt Hamburg hat die Verantwortung für diesen Unterricht den Konsulaten der ehemaligen Anwerbeländer überlassen.

Auch an Harburger Schulen unterrichten staatliche türkische Lehrkräfte im Auftrag des Konsulats. Diese sind beim türkischen Staat angestellt und haben entsprechende Verpflichtungen gegenüber ihrem Dienstherren.

Im Hinblick auf geänderte gesellschaftliche Bedingungen erscheint es zweifelhaft, ob die 40 Jahre alte Regelung noch sinnvoll ist. Insbesondere durch die aktuelle Entwicklung in der Türkei und dem Umstand, dass die Fachbehörde keinen Einfluss auf die Auswahl der Lehrer, deren Ausbildung und den Inhalt des Unterrichts und der verwendeten Materialien hat, ergeben sich auch Fragen, inwieweit die derzeitigen Praxis der gewünschten Integration türkisch-stämmiger Kinder förderlich ist.


Petitum/Beschlussvorschlag:

Die Bezirksversammlung beschließt:

Die Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, möglichst kurzfristig sachkundige Vertreter der zuständigen Fachbehörde in den Ausschuss für Soziales, Bildung und Integration einzuladen, die dort berichten, in welchen Umfang der Konsulatsunterricht in Hamburg-Harburg erfolgt, wie viele Lehrer daran beteiligt sind, welche Ausbildungsqualität vorhanden ist, welche Lehrmittel benutzt werden und welchen Einfluss die Fachbehörde auf den Unterrichtsinhalt nehmen kann.

Darzulegen ist auch, in welchem Umfang von den Möglichkeiten einer Hospitation durch Behördenvertreter in den entsprechenden Unterrichtsstunden Gebrauch gemacht wird oder zukünftig gemacht werden soll.

Weiterhin ist darzulegen, welche konkreten pädagogischen Ziele diese Regelung angesichts der politischen Entwicklung heute noch verfolgt und warum diese Regelung noch nicht abgeschafft wurde.


Hamburg, den 08.06.2017

Ralf-Dieter Fischer                                                   Brit-Meike Fischer-Pinz
Fraktionsvorsitzender                                               Dr. Antje Jaeger
                                                                                 Michael Schaefer

Stammbaum:
20-2997   Antrag CDU betr. Türkischer Konsulatsunterricht im Bezirk Harburg   Interner Service   Antrag
20-2997.01   Stellungnahme zum Antrag CDU betr. Türkischer Konsulatsunterricht im Bezirk Harburg   Interner Service   Antwort/Stellungnahme gem. § 27 BezVG