Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-2093  

 
 
Betreff: ANTRAG Neue Liberale Fraktion: Ensembleschutz für "Harburger Perle" in Wilstorf!
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:Neue Liberale Fraktion Harburg; Wiest, Isabel; Wolkau, Kay; Lewy, Barbara
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Hauptausschuss
14.02.2017 
Sitzung des Hauptausschusses ungeändert beschlossen / überwiesen   
Stadtplanungsausschuss
22.05.2017 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses (offen)   
Bezirksversammlung Harburg
30.05.2017 
Sitzung der Bezirksversammlung Harburg (offen)   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlagen:
BKM Stn. zu Drs. 20-2093 Harburger Perle .  
17_05_17_PRÄSENTATIO_VORL  

Sachverhalt:

Am 12. Juli 1919 schlossen sich 35 Angestellte der Hamburger Hochbahn AG in Harburg zum Bauverein FREIE SCHOLLE zusammen. Ihr Ziel war es, in gemeinsamer Anstrengung Wohnungen für Minderbemittelte in gesunder Lage und mit Selbstversorgergärten zu bauen.

In den darauffolgenden 10 Jahren entstand in dem Wilstorfer Gebiet entlang der Höpenstraße, der Jägerstraße und anderen Straßen ein wunderschönes Ensemble von ganz besonderen Zweifamilienhäusern, die mit ihren hohen Runddächern (Finkenwerder Bogendach), den getreppten Mittelrisaliten mit Ihren Stuckbordüren und den gepflegten Vorgärten, nicht zuletzt auf Grund ihres Zusammenspiels und ihrer stilkundlichen Geschlossenheit, ein besonderes Zeugnis Harburger Architektur der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts sind.

Das Ensemble ist auch "Harburger Handwerkskunst". Denn am Bau wirkten vom Töpfer der Fliesen und Kacheln, über die Schreiner bis hin zu den Zimmerleuten und den Dachdeckern ausschließlich Harburger Handwerker mit.

Das gesamte Ensemble entstand entlang damals noch nicht hergestellter Straßen und trotz der Widrigkeiten der Inflation. Es überstand sogar den Krieg. Die Selbstversorgergärten ernährten in der Nachkriegszeit die Familien, die z.T. bis heute in der 4. Generation in diesen Häusern leben.

Diese Siedlung ist sowohl geschichtlich als auch baulich eine Besonderheit und eine "Perle" in Harburg. Die sehr sauber geführten Bauakten sind erhalten und die Geschichte der Siedlung ist mit Fotos und in Jubiläumsschriften detailliert dokumentiert.

Der Generationenwechsel bedingt derzeit, dass viele Häuser renoviert und modernisiert werden. Wir möchten darauf achten, dass diese Veränderungen sensibel und moderat erfolgen und dabei der erhaltungswürdige Gesamteindruck des Ensembles nicht aus dem Blick gerät.

 

 


Die Bezirksversammlung möge beschließen:

Ein/e Mitarbeiter/in der zuständigen Behörde wird in den Stadtplanungsausschuss eingeladen, um umfassend über die Möglichkeit eines Ensembleschutzes für konkret diese erhaltungswürdige bauliche und stadthistorische Gesamtanlage zu referieren.

Antrag der Abgeordneten Isabel Wiest, Kay Wolkau und Barbara Lewy

 

Harburg, 09.02.2017

Kay Wolkau

Fraktionsvorsitzender

f. d. R.