Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-1746.01  

 
 
Betreff: Stellungnahme zum Antrag CDU betr. Pflege der Niederdeutschen Sprache
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes
  Bezüglich:
20-1746
Federführend:D 1 - Dezernat Steuerung und Service   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit
26.01.2017 
Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport und Freizeit (offen)   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

 

Antrag der Abgeordneten Ralf-Dieter Fischer, Robert Timmann, Lars Frommann (CDU) und Fraktion

 

 

Seit 1999 ist die „Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen“ in der Bundesrepublik Deutschland in Kraft getreten. Es ist Ziel dieser Sprachcharta, die vom Aussterben bedrohten europäischen Regional- und Minderheitensprachen zu schützen und zu fördern. In den Kreis dieser Sprachen wurde ausdrücklich das Niederdeutsche aufgenommen. Die Bundesländer haben sich verpflichtet, die Niederdeutsche Sprache nach Kräften zu schützen und konkret zu fördern. Ansatzpunkte sollen dabei insbesondere in den Bereichen Kultur, Bildung und Medien geschaffen werden.

 

Nach den gesetzlichen Regelungen muss es für Bürger möglich sein, bei öffentlichen Dienststellen Anträge auch in Niederdeutscher Sprache einzureichen und bearbeiten zu lassen.

 


Petitum/Beschluss:

 

Die Bezirksversammlung beschließt:

 

Die Bezirksverwaltung möge im Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit darlegen, in welchem Umfang es in Harburger Dienststellen möglich ist, Anträge mit Niederdeutscher Sprache einzureichen und in welchem Umfang Mitarbeiter vorhanden sind, die die Sprache sprechen, verstehen und die Anträge bearbeiten können.

 

Der Bericht soll sich auch darauf beziehen, welche konkreten Möglichkeiten zur Förderung der Niederdeutschen Sprache bisher im Bezirk bestehen und wo die Verwaltung Ansätze zur Verbesserung im Rahmen der Umsetzung der Europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen sieht.

 

Hamburg, am 02.09.2016

 

 

 

Ralf-Dieter FischerRobert Timmann

FraktionsvorsitzenderLars Frommann

 

 

 

 

 

 

FREIE UND HANSESTADT HAMBURG

Bezirksamt Harburg

 

 

19.12.2016

 

 

Das Bezirksamt Harburg nimmt zu dem Antrag der CDU (Drs. 20-1746) wie folgt Stellung:

 

Der Senat hat im Zusammenhang mit der Umsetzung der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen Selbstverpflichtungen beschlossen, die sich hinsichtlich der Niederdeutschen Sprache vorwiegend auf Bildung, Kultur, Medien, soziales und wirtschaftliches Leben, Verwaltung beziehen. (s. Bericht des Senats an die Bürgerschaft, Bürgerschaftsdrucksache 16/218).

Das schließt auch für das Bezirksamt Harburg die Verpflichtung ein, die darin beschlossenen Grundsätze umzusetzen. Es geht hier insbesondere um die verwaltungsbezogenen Verpflichtungen wie z. B. die Annahme von Schriftstücken sowie mündlichen und schriftlichen Anträgen in Niederdeutscher Sprache.

Es gibt in fast allen Ämtern einzelne Mitarbeiter/innen, die im hierfür notwendigen Maße die Niederdeutsche Sprache verstehen, teilweise auch sprechen können.

Der Verwaltungsalltag zeigt hingegen, dass Vorsprachen, Schriftverkehr, Antragstellungen in Niederdeutscher Sprache praktisch nicht vorkommen, während gleichzeitig ein deutlicher Bedarf für Verständigungsmöglichkeiten in den Sprachen zugewanderter Migranten offenkundig wird.

Über konkrete Möglichkeiten zur Förderung der Niederdeutschen Sprache im Bezirk hat das Bezirksamt Harburg keine Erkenntnisse.  Da die Niederdeutsche Sprache im für die Entwicklung der Sprachfähigkeiten  maßgeblichen familiären und sozialen Umfeld immer weniger gesprochen wird, könnten Ansätze zur Verbesserung in der Breite der Gesellschaft  insbesondere über den schulischen Bildungsbereich verfolgt werden.

Die Charta sieht eine Fördermöglichkeit durch die örtlichen Behörden auch im „Gebrauch von Regional- und Minderheitensprachen in deren Ratsversammlungen“.

 

 

 

 

Dat Bezirksamt Harborg gifft to den Beschlott (Drucksook 20-1746) disse Antwoort:  

 

De Senoot het in Tosomenhang mit de Umseddung van de „Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen“ Uploogen beschloten. De hanneln, wat de nedderdüütsche Spraak angeit, meisttiet van Bildung, Kultur, Medien, dat soziale un wirtschaftliche Leven un de Verwaltung (natolesen in de Mitdeelungen van den Senoot an de Börgerschop, Drucksook 16/218).

Domit mutt ok dat Bezirksamt Harborg all dorin beschloten Uploogen umsetten. Dat bedrüft besünners de Plicht van de Verwaltung, nedderdüütsche Schriefen un spraken Vördräge antonehmen. Dat löppt ok allens bestens, wiel bi uns in Amt en deel Lüüd ut de Dörpen in  Landkreis obers ok ut Marmsdörp, Neenfelde of Cranz arbeiden, de van Huus ut noch plattdüütsch schnacken. So gifft dat in all unse Deensten eenkelte Damen und Herren, de Nedderdüütsch verstaan un ok schnacken koenen.

Nu is dat obers so, dat öbern Dag spraken Vordräge, Schriefsels un Andräge in nedderdüütsche Spraak meistendeels nich vorkamen. Doför waßt in Harborg obers de Andeel van Lüüd, de ut anner Landen mit frömme Spraken to uns kaamt un wi se nich verstaan.

Över anbotten Fördermeuchlichkeiten för de nedderdüütsche Spraak is in Bezirksamt Harborg nixnich bekannt.

Wenn man de plattdüütsche Spraak ant Leven hollen will mutt man dormit bi de Kinner all anfangen un ton Umgangsspraak in de Familien moken. Weil de Ollern obers meistendeels keen Plattschnackers mehr sünd is dat nich genoog un bringt blots wat, wenn de nedderdüütsche Spraak ok in den Lehrplaan van Grundschoolen upnohmen word. So kann dat Nedderdüütsche wer een levende Spraak in unse Gesellschup warrn.

De Charta sütt ok een Fördermeuchlichkeit för den Gebruuk van Minderheitenspraaken dorin, wenn de Gemeenrot platt snackt.

 

 

Völsch

 

 

 

 

 

Stammbaum:
20-1746   Antrag CDU betr. Pflege der Niederdeutschen Sprache   Interner Service   Antrag
20-1746.01   Stellungnahme zum Antrag CDU betr. Pflege der Niederdeutschen Sprache   D 1 - Dezernat Steuerung und Service   Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes
20-1746.02   Mitteilungsvorlage zum Antrag CDU betr. Pflege der Niederdeutschen Sprache   Fachamt Management des öffentlichen Raums   Mitteilungsvorlage öffentlich