Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-1899  

 
 
Betreff: Antrag Neue Liberale betr. Jagd auf Schwäne im Bezirk Harburg - blutiges und sinnloses Hobby beenden.
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:Neue Liberale Fraktion Harburg; Wolkau, Kay; Wiest, Isabel; Lewy, Barbara
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Harburg
29.11.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung Harburg abgelehnt   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

 

Seit dem 1. November 2016 bis zum 20.Februar 2017 ist die Jagd auf Schwäne in den Vier- und Marschlanden (Bezirk Bergedorf) sowie im Bezirk Harburg wieder einmal erlaubt.

Der Höckerschwan gehört nach dem Bundesjagdgesetz, wie fast alle Entenvögel zu den jagdbaren Arten. In den betroffenen Regionen dürfen einzelne Tiere zur Vergrämung größerer Verbünde geschossen werden, um die Ackerflächen und Gemüsekulturen zu schützen.

Die Tierrechtsorganisation PETA fordert ein Verbot der Jagd auf wilde Höckerschwäne in Hamburg. Sie sieht in der Jagd einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Der Höckerschwan habe laut EU-Vogelschutzrichtlinie und Bundesnaturschutzgesetz einen allgemeinen Schutzstatus, er wird dennoch im Jagdrecht als eine jagdbare Art genannt.

PETA und auch der Naturschutzbund Deutschland (NABU) berufen sich dabei auf das Tierschutzgesetz. Demnach müsse ein "vernünftiger Grund" für das Töten eines Tieres vorliegen. Bei der Jagd auf Schwäne sei ein solcher nicht gegeben.

Inwieweit der sog. „Schutz von Ackerflächen oder Gemüsekulturen“ in Harburg als Jagdgrund noch zeitgemäß ist, um die Tiere zu töten, ist nicht klar.

In der Jagdsaison 2014/15 starben in Hamburg fünf Schwäne, in Deutschland werden jährlich etwa 2000 Tiere erschossen.

Schwäne sind für ihre lebenslange Treue unter den Paaren bekannt. Sie bleiben ein Leben lang zusammen. "Die Tiere trauern und leiden, wenn sie ihren langjährigen Partner durch den Schuss eines Jägers verlieren", sagen die Tierschützer von PETA. Die Organisation setzt sich für eine grundsätzliche Abschaffung der Jagd ein.

 


Petitum/Beschlussvorschlag:

 

Die Bezirksversammlung möge beschließen:

Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, sich bei den zuständigen Stellen bzw. dem Hamburger Senat dafür einzusetzen, dass der Höckerschwan, wie alle anderen Gänse- und Entenarten außer der Stockente, aus dem Jagdrecht entlassen und in das Naturschutzrecht übernommen wird. Der Senat wird gebeten ggf. eine Bundesratsinitiative zur entsprechenden Gesetzesänderung einzuleiten.

Bis zu einer entsprechenden Gesetzesänderung hat die Freigabe zur Jagd, sofern sie nicht gänzlich unterbleiben kann, nur unter besonders sorgfältiger Prüfung der Voraussetzungen zu erfolgen.