Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-1898  

 
 
Betreff: Antrag Neue Liberale betr. RISE Starterprojekt - Umgestaltung Marktfläche Sand - Öffentliche Diskussion über Bodenbelag des Gesamt-Areals anstoßen
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:Neue Liberale Fraktion Harburg; Wolkau, Kay; Wiest, Isabel; Lewy, Barbara
Federführend:D 4 - Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Harburg
29.11.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung Harburg abgelehnt   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

 

Im jüngsten Stadtplanungsausschuss hat das Planungsbüro der Kommunalpolitik seine ersten Vorstellungen von der Umgestaltung der Markt-, Verkehrs- und der zahlreichen Nebenflächen vorgestellt.

 

Dabei wurden Grafiken präsentiert, die das gesamte Areal, die gesamte Marktfläche, die Verkehrs- und Nebenflächen, also sämtliche Gehwege, die gesamte Hölertwiete u.a. mit rotbraunem Klinger gepflastert präsentierten.

 

Eine derart dunkle und kleinteilige Pflasterung wirkt im Hinblick auf die nahezu geschlossene und vielgeschossige und teilweise moderne Umbauung des Platzes am Sand optisch erdrückend, mittelalterlich und lichtschluckend. So sprach sich jüngst das BID LÜ ebenfalls für eine helle und zeitgemäße Pflasterung der Lüneburger Straße aus.

 

Kleinteilige Pflaster sind sehr anfällig für das Entstehen von Unebenheiten durch höhere Belastung wie sie auf einer Marktfläche üblich sind. Die Gefahr von Unebenheiten durch das Anheben durch Baumwurzeln ist ebenfalls erhöht. Zudem entstehen unzählige, für Verschmutzung und Grünwuchs anfällige dunkle Ritzen.

 

Dunkle Straßen und Plätze wirken sich darüber hinaus negativ auf das Sicherheits- und Sauberkeitsempfinden der Menschen aus. Gerade Marktflächen, wo Lebensmittel angeboten werden, sollten leicht zu reinigen sein und bereits optisch einen ansprechenden Eindruck machen.

 

In Fulda, Tübingen, Barsinghausen, Biberach und zahlreichen anderen Städten wurden bei der Umgestaltung von Flächen moderne, helle und aktive Betonpflaster verwendet, die zudem u.a. einen dauerhaften und positiven Effekt auf die Luftwerte liefern. Dadurch schaffen sie optische Weite, Helligkeit und verbessern die Luft- und Aufenthaltsqualität. 

 

Dieser als AirClean Pflaster erhältliche Pflasterstein mit photokatalytischer Aktivität wurde im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Forschungsprojektes entwickelt. Als Forschungspartner war das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME, Schmallenberg, beteiligt. Positive Erfahrungen mit AirClean Pflaster bestehen inzwischen seit über 10 Jahren.


 


Petitum/Beschlussvorschlag:

 

Die Bezirksversammlung möge beschließen:


 

Der Vorsitzende der Bezirksversammlung und die Bezirksverwaltung werden gebeten, im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten und Möglichkeiten zu veranlassen, dass

 

1. Hamburg sich um ein norddeutsches Pilotprojekt von sog. AirClean Pflastern für den Bezirk Harburg bewirbt.

 

2. von Petitum zu 1. unabhängig zeitnah nach alternativen Bodenbelägen für die Umgestaltung der Flächen am Sand gesucht wird, die insbesondere die Größe der neu zu pflasternden Flächen, die Belastung der Flächen, die durchschnittlichen Lux-Zahlen der Areale, den baulichen Charakter sowie die Höhe der umliegenden bzw. zukünftigen Bebauung berücksichtigen. Das Ergebnis der entsprechenden Prüfung soll frühzeitig in die ergebnisoffenen Planungen Eingang finden. Die Auftragsvergabe für geeignete Bodenbeläge soll im Wege einer Ausschreibung erfolgen.