Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-1897  

 
 
Betreff: Antrag Neue Liberale betr.: Entwicklung eines Wohnhauses mit Einzelhandel und Gastronomienutzung am Sand
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:Neue Liberale Fraktion Harburg; Wolkau, Kay; Wiest, Isabel; Lewy, Barbara
Federführend:Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Harburg
29.11.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung Harburg abgelehnt   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

Im jüngsten Stadtplanungsausschuss hat die Verwaltung der Kommunalpolitik ein Eckpunktepapier zum hochbaulichen Realisierungswettbewerb eines Wohngebäudes mit Einzelhandels- und Gastronomienutzung vorgestellt.

Das Plangebiet liegt im zentralen Bereich des Stadtteils Harburg mit einer Größe von insgesamt 1.576 qm. Die zu entwickelnde Fläche wird im Norden durch den Straßenzug Sand, im Osten durch die Marktfläche und im Westen durch die Neue Straße begrenzt.

In einem ersten Schritt soll ein hochbaulicher Realisierungswettbewerb unter Beteiligung von 5 Architekturbüros durchgeführt werden.

Die erklärten Ziele sind eine städtebauliche Entwicklung der Fläche westlich des Wochenmarktes am Sand und östlich der Neuen Straße. Auf der Fläche soll eine Wohnanlage, ein großflächiger Einzelhandel, Gastronomie sowie u.a. eine öffentliche Toilettenanlage entstehen.

Wichtigstes Ziel ist auch eine attraktive Wegeverbindung zwischen der Marktfläche und der Neuen Straße herzustellen.

Während die Wohnanlage bisher als Studierendenwohnheim konzipiert war, favorisiert der Investor inzwischen aufgrund einer angeblich geänderten Nachfragesituation stattdessen Seniorenwohnungen zu errichten. 

Zwecks Vorbereitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans soll nun ein hochbaulicher Realisierungswettbewerb durchgeführt werden.

Da in der Diskussion über das Vorhaben bereits jetzt zahlreiche Einwände gegen Art und Ausmaß des Vorhabens geäußert wurden, halten wir es für geboten, einige klare Vorgaben  für den Realisierungswettbewerb und damit auch für die weiteren Planungen zu machen.

Besonderen Wert legen wir dabei auf die Zweckbestimmung der Wohnanlage, die Art der möglichen Gastronomie und auf Kubatur und Höhe des Gebäudes. 

Studentisches Wohnen wird unserer Auffassung nach dem Standort eher gerecht als Seniorenwohnen. Im Falle der Realisierung von überwiegendem Seniorenwohnen wären Konflikte mit einer attraktiven Außengastronomie programmiert. Beschwerden über Lärm wären wahrscheinlicher als dies von Studierenden erwartet werden kann.

Harburg braucht Anziehungspunkte für junge Leute. Das Harburger Zentrum ist jedoch mit attraktiven Ausgehmöglichkeiten nicht gerade reich gesegnet. Harburgs Innenstadt droht ohne eine entsprechende Gastronomie gerade in den Abendstunden zu veröden.

Daher spricht alles für eine Belebung der Innenstadt mit attraktiver und an jungen Leuten orientierter Außengastronomie und damit gegen Seniorenwohnungen an dieser Stelle.

Zudem ist auch die Kubatur des geplanten Gebäudekomplexes mit 5 Grundgeschossen sehr kritisch zu sehen.

Gegenüber der kleinteiligen Bebauung vor allem an der Neuen Straße würde ein massiver Bau in dieser Höhe erdrückend wirken. Die Wohnqualität der jetzt dort wohnenden Menschen würde leiden. Ein so hohes Gebäude, dass das dort jetzt vorhandene Gebäude so deutlich überragt und weiterhin direkt an den Bürgersteig reicht, würde auch die entsprechenden Gestaltungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum  - wie etwa Grünflächen -  einschränken.

 

 


Petitum/Beschlussvorschlag:

Die Bezirksversammlung möge beschließen:

Die Bezirksverwaltung wird aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass folgende Vorgaben für den beabsichtigten hochbaulichen Realisierungswettbewerb gemacht werden:

1. der Wohnbereich soll überwiegend dem studentischen Wohnen vorbehalten bleiben

2. die vorgesehene Gastronomie soll sich wie bisher gerade auch als attraktive Ausgehmöglichkeit für junge Leute darstellen einschließlich der Möglichkeiten von Außengastronomie auch abends und am Wochenende.

3. der Grundkörper des Gebäudekomplexes wird auf eine Höhe von 4 Grundgeschosse begrenzt.