Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-1827  

 
 
Betreff: Antrag Neue Liberale betr. Fahrradstadt Hamburg - mehr Radfahren, aber sicher!
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:Wolkau; Kay; Wist, Isabel; Lewy, Barbara
Neue Liberale-Fraktion
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Harburg
01.11.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung Harburg abgelehnt   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

 

Der Bezirk Harburg hat im Vergleich zu anderen Bezirken noch immer einen geringen Radverkehrsanteil am Gesamtverkehrsaufkommen. 

 

Gerade in Gegenden wie Harburg mit seinem insgesamt hohen Autoverkehrsaufkommen ist Radfahren besonders risikoreich.

 

Dies liegt zum einen an der mitunter mangelnden Aufmerksamkeit bei den Autofahrenden, zum Teil auch an äußerst nachlässigem Verkehrsverhalten insgesamt. So kommt es immer wieder vor, dass Autofahrer es nicht für nötig halten, ihre Fahrtrichtung korrekt und frühzeitig anzugeben, so dass andere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer ihr Verhalten darauf einrichten können. Geschwindigkeitsüberschreitungen und zu geringe Sicherheitsabstände beim Überholen von Radfahrern sind weitere Probleme, welche die Verkehrssicherheit von Radfahrern gefährden.

 

Umgekehrt ist oft auch das Verkehrsverhalten von Radfahrern zu beanstanden. So halten es auffällig viele Radfahrende für unnötig, durch entsprechende Handzeichen ihre beabsichtigte Fahrrichtung anzuzeigen. Weiteres grob verkehrswidriges Verhalten von Radfahrern ist auch in Harburg an der Tagesordnung und reicht von ungehemmten Fahren entgegen der vorgesehenen Fahrtrichtung auf Radwegen bis hin zu nicht vorhandener Beleuchtung in der jetzt beginnenden dunkleren Jahreszeit.

 

Dieses Fehlverhalten vieler Radfahrer mag seine Ursache auch darin haben, dass zum Radfahren kein Führerschein erforderlich ist und es deshalb viele Menschen nicht gelernt haben, sich als Radfahrende im Straßenverkehr einigermaßen korrekt zu verhalten.

 

Entscheidend aber ist, dass sich jeder Verkehrsteilnehmer immer wieder bewusst macht, wie wichtig korrektes Verhalten im Straßenverkehr für die allgemeine Sicherheit und damit auch für die höchstpersönliche Sicherheit ist. 

 

Um das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer- insbesondere der Radfahrenden- im Straßenverkehr zu schärfen,  hat beispielsweise die Stadt Wien in Zusammenarbeit mit verschiedenen  Institutionen vor einigen Jahren eine Radfahr-Fibel herausgegeben, die in handlicher, übersichtlicher und anschaulicher Form die wichtigsten Informationen für ein  sicheres Radfahren zusammenfasst.

 

Die Radfahr-Fibel enthält im Einzelnen Informationen zu allen den Radverkehr betreffenden Verkehrszeichen und Rechtsgrundlagen einschließlich des geltenden Bußgeld-Katalogs sowie darüber hinaus einen so genannten Straßenknigge. Allgemeine Tipps zur Radpflege und Verkehrssicherheit von Fahrrädern ergänzen die Darstellungen. (siehe auch: www.fahrradwien.at )

 

Diese in Wien als handliche Drucksache weit verbreitete Fibel leistet einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung der Bevölkerung für ein vernünftiges Miteinander aller Verkehrsteilnehmer. 

 

Die vorhandene Radverkehrsstrategie für die Stadt Hamburg ist in Punkto Sicherheit für den Radverkehr zwar gut gemeint, berücksichtigt jedoch verkehrspädagogische Gesichtspunkte lediglich am Rande.

 

Wer das Radfahren fördern will, muss jedoch auch alles dafür tun, um bei allen Verkehrsteilnehmern verkehrsgerechtes und rücksichtsvolles Verhalten zu fördern. Harburg als „fahrradpolitisches Schlussschlicht“ Hamburgs hat hier viel nachzuholen.

 


Petitum/Beschluss:

 

Die Bezirksversammlung möge beschließen:

 

Der Vorsitzende der Bezirksversammlung und die Bezirksverwaltung werden im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten und Möglichkeiten gebeten, sich mit den entsprechenden Fachberden ins Benehmen zu setzen mit dem Ziel, für Hamburg eine Radverkehrs-Fibel angelehnt an das Vorbild der Stadt Wien zu entwickeln und in geeigneter Weise auch und gerade im Bezirk Harburg zu verteilen.

 

Der  Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, die Hamburger Radverkehrsbeauftragte in  den Verkehrsausschuss einzuladen, damit diese zeitnah über die bisher seitens des Senats vorgesehenen Maßnahmen zur Optimierung des Verkehrsverhaltens aller Verkehrsteilnehmer besonders im Hinblick auf einen weiter steigenden Radverkehrsanteil am Gesamtverkehrsaufkommen- informiert.

 

Antrag der Abgeordneten Kay Wolkau, Isabel Wiest, Barbara Lewy

 

Harburg, 06.10.2016

Kay Wolkau

Fraktionsvorsitzender

f. d. R.