Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-1802  

 
 
Betreff: Antrag GRÜNE Fraktion betr. Gegen das Vergessen - Realisierung der Wanderausstellung "Anne Frank" für den Bezirk Harburg überprüfen
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:Akkoc, Tülin; GRÜNE-Fraktion
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Harburg
01.11.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung Harburg abgelehnt   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

 

Zu den Projektzielen der „Lokalen Partnerschaften Harburg“ gehört u.a.

 

  • die Förderung des zivilen Engagements und demokratischen Verhaltens

 

  • die Unterstützung der Zusammenarbeit aller relvanten Akteure

 

  • die Verhinderung gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

 

Vor dem Hintergrund, dass auch heutzutage noch viel antisemitische Ressentiments und Stereotype auch bei Jugendlichen weit verbreitet sind, muss es Ziel sein, dass es pädagogische und politische Bil-dungsangebote gibt, die darauf abzielen, die Jugendlichen mit anti-antisemitischer Grundhaltung zu befä-higen, sich fundiert mit Antisemitismus auseinanderzusetzenund ihn auch zu erkennen, wenn er im mo-dernen Gewand, etwa bei Thematisierungen des Nahost-Konfliktes, auftritt. Zu dieser Erkenntnis kommt u.a. die Studie „Ich habe nichts gegen Juden, aber…“ von der Amadeu Antonio Stiftung von Professor Albert Scherr und Babara Schäuble.

Das gemeinnützige Analysehaus PHINEO untersuchte mit Unterstützung der Amadeu Antonio Stiftung gemeinnützige Organisationen, die sich gegen Rechtsextremismus in Deutschland einsetzen, auf ihre Wirksamkeit. Eines der 17 ausgezeichneten Projekte ist das Ausstellungsprojekt „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte. Es ist, so die Jury „auf vorbildliche Weise bedarfsorientiert: Die Aus-stellung selbst ist eine der wenigen zur NS-Geschichte, die speziell auf Jugendliche zugeschnitten ist (…)

Das Anne Frank Zentrum realisiert bundesweit eine Reihe unterschiedlicher Wanderausstellungsprojekte. Diese unterscheiden sich im Inhalt, in der dafür notwendigen Ausstellungsfläche und den zugehörigen pädagogischen Angeboten. Das Peer Education Konzept „Jugendliche begleiten Jugendliche“ ist zentra-ler Bestandteil der Projekte.

In Zusammenarbeit mit einem lokalen Trägerkreis aus zahlreichen Kooperationspartnern schafft das An-ne Frank Zentrum einen besonderen Rahmen für die Auseinandersetzung mit historischen und akutellen Themen vor Ort. Zentraler Baustein jedes Projektes ist die aktive Einbindung von Jugendlichen. Sie werden zu Peer Guides qualifiziert, die andere Jugendliche durch die Ausstellung begleiten. Sie vermitteln Wissen, beantworten Fragen und regen zum Dialog an. Durch die aktive Teilhabe erwerben die Jugendlichen viele Kompetenzen, sie erleben Selbstwirksamkeit und erhalten Anerkennung für ihr Engagement.

Kombiniert mit einem breiten Netzwerk werde so die lokalen demokratischen Strukturen gestärkt und Veränderungsprozesse angestoßen.

Bundesweit wurden bisher über 690 Jugendliche zu Peer Guides ausgebildet, über 70Jugendliche offiziell zu Anne-Frank-Botschafter*innen ernannt und üebr 46.500 Besucher*innen erreicht.

Ein regionales Rahmenprogramm sorgt dafür, dass die Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung nicht nur unter Kindernn und Jugendlichen, sondern auch in der breiten Bevölkerung stattfindet. Lesungen, Filme, Zeitzeugengspräche und Stadtführungen- jeder Ort kann ein individuelles Rahmenprogramm für Jung und Alt auf die Beine stellen.

Mehr Infos hier: https://www.annefrank.de/wandersausstellungen/

Auch die Ergebnisse in der Planungswerkstatt am 17.09., die auf Gundlage des Entwurfs zum Harburger Leitbild „Zusammenleben in Vielfalt“ durchgeführt wurde, habe ergeben, dass im Bezirk Harburg die Erinnerungskultur und der biografische Ansatz gefördert werden sollte. Vor diesem Hintergrund stellt die Grüne-Fraktion diesen Antrag.

 
 


Petitum/Beschlussvorschlag:

Die Verwaltung möge in Absprache mit den Projektmitarbeiter*innen der „Lokalen Partnerschaften Harburg“ mit der zuständigen Bereichsleitung der Wanderausstellung im Anne-Frank Zentrum Kontakt aufnehmen. Es soll dabei geprüft werden, wie die Realisierung der Wanderausstellung für den Berzirk Harburg aussehen könnte. Es soll insbesondere aufgezeigt werden, welche Kosten dabei einhergehen würden und welche kommunikativen Rahmenbedingungen für die Umsetzung eines solchen Projektes notwendig sind. Hierbei sollten die Mitglieder  des Begleitausschusses „Lokale Partnerschaften“ (und Mitglieder des Integrationsrates) miteinbezogen werden.

Über die Ergebnisse soll zeitnah im Ausschuss Soziales, Bildung und Integrationn berichtet werden. Die Mitglieder des Begleitausschusses „Lokale Partnerschaften Harburg“ sowie des Jugendhilfeausschuss sollen mit eingeladen werden.

 

Stammbaum:
20-1802   Antrag GRÜNE Fraktion betr. Gegen das Vergessen - Realisierung der Wanderausstellung "Anne Frank" für den Bezirk Harburg überprüfen   Interner Service   Antrag
20-1889   Gemeinsamer Antrag CDU/SPD betr. Änderungsantrag zum Antrag GRÜNE Fraktion betr. Gegen das Vergessen - Realisierung der Wanderausstellung "Anne Frank" für den Bezirk Harburg überprüfen (Drs. 20-1802)   Interner Service   Gemeinsamer Antrag
20-1889.01   Stellungnahme zum gemeinsamen Antrag CDU/SPD betr. Änderungsantrag zum Antrag GRÜNE Fraktion betr. Gegen das Vergessen - Realisierung der Wanderausstellung "Anne Frank" für den Bezirk Harburg überprüfen (Drs. 20-1802)   Fachamt Sozialraummanagement   Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes