Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-1535  

 
 
Betreff: Antrag Neue Liberale betr. Baugemeinschaften/Wohnprojekte sind gefragt - Warum bisher nicht in Harburg?
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:Neue Liberale
Federführend:Fachamt Sozialraummanagement   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Harburg
31.05.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung Harburg ungeändert beschlossen / überwiesen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

 

Gemeinschaftliches Wohnen war immer schon eine Alternative zum „normalen Wohnen“. Seit etwa zwei Jahrzehnten ist jedoch ein deutlicher Anstieg der realisierten Projekte zu verzeichnen. Deutlich ist eine Konzentration in den Ballungsräumen Hamburg, Berlin, München und Ruhrgebiet, aber auch in Hannover und Freiburg i.Br. sowie im Rhein-Main-Gebiet erkennbar. Dies hat sicherlich mit den veränderten familiären und demographischen Strukturen unserer Gesellschaft zu tun – die Themen „Wahlfamilie“ und „soziale Nachbarschaften“ spielen eine immer größere Rolle.

 

Neue Wohnformen finden bei immer mehr Menschen - vor allem auch in Hamburg - Zuspruch: seien es Familien mit Kindern, Alleinlebende, Alleinerziehende oder ältere Menschen. Auf dem Weg in ein Wohnprojekt schließen sich Interessenten zusammen, planen und bauen gemeinsam. Sie verfolgen das Ziel, in einer selbst gestalteten Nachbarschaft sozial eingebunden leben zu können. Bisher hat dieser Trend aber bisher noch nicht den Sprung über die Elbe geschafft.

 

Charakteristisch für gemeinschaftliche Wohnprojekte ist, dass die zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer schon an der Planung beteiligt sind und es auch später in der Nutzungsphase eine Mitbestimmung gibt. Dabei wollen die Bewohner im Rahmen einer Hausgemeinschaft – oder auch in einer Siedlung – von gemeinschaftlichen Aktivitäten, gegenseitiger Hilfe und einer verlässlichen Nachbarschaft profitieren. Baulich gefördert wird dies durch Begegnungszonen, gemeinschaftliche Gärten und Innenhöfe sowie Gemeinschaftsräume bzw. Gemeinschaftshäuser. Es handelt sich dementsprechend um eine Wohnform, bei der die Bewohner im täglichen Leben engere soziale Kontakte pflegen, als dies normalerweise unter Nachbarn üblich ist.

 

In Hamburg haben Wohnprojekte eine lange Tradition. Es gibt sie inzwischen in verschiedenen Formen und Trägerkonstruktionen: Als neu gegründete Genossenschaften, als Baugemeinschaften im individuellen Eigentum und als Mietobjekte in klassischen Genossenschaften. Im Ergebnis entstehen Wohnanlagen mit hohem sozialem Anspruch, besonderen Architektur- und Nutzerqualitäten und oft in einem Mix aus geförderten und frei finanzierten Wohnungen, die auch eine in vieler Hinsicht wünschenswerte soziale Mischung erzeuge

 

Im Bezirk Harburg spielen Baugemeinschaften bisher keine nennenswerte Rolle. Es wäre jedoch wünschenswert, dass auch hier derartige Projekte realisiert werden. Ein Mittel, Baugemeinschaften im Bezirk zu fördern, könnte auch sein, die jährlich stattfindenden Wohnprojekttage mal im Bezirk Harburg zu veranstalten. 

 

 


Petitum/Beschluss:

 

Die Bezirksversammlung möge beschließen:

 

  1. Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, Vertreter von der Agentur für Baugemeinschaften, der Stattbau Hamburg GmbH  und der Laweatzstifung in den Stadtplanungsausschuss einzuladen, um über Wohnprojekte in Hamburg zu berichten. Dabei soll besonders darauf eingegangen werden, welche Erfahrungen mit Baugemeinschaften es in Harburg gibt bzw. warum solche Projekte es im Bezirk Harburg besonders schwer haben.
  2. Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, sich mit den zuständigen Stellen, insbesondere der Stattbau Hamburg  GmbH  in Verbindung zu setzen mit dem Ziel, die jährlich in Hamburg stattfindenden Wohnprojektetage im Jahre 2017 in Harburg auszurichten.

 

Antrag der Abgeordneten Barbara Lewy, Kay Wolkau, Isabel Wiest

 

Harburg, 12.05.2016

Kay Wolkau

Fraktionsvorsitzender

f. d. R.