Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-1447  

 
 
Betreff: Antrag Neue Liberale betr. Gefährliche Krankenhauskeime durch Infektionsaufsicht eindämmen?
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:Neue Liberale
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Hauptausschuss
12.04.2016 
Sitzung des Hauptausschusses ungeändert beschlossen / überwiesen   
Ausschuss für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

Krankenhaus-Bakterien sind immer wieder Gegenstand medialer Berichterstattung. Jedes Jahr werden demnach etwa 500.000 Menschen während ihres Krankenhausaufenthaltes infiziert; manche Fälle gehen sogar tödlich aus. Etwa 80% der sogenannten nosokomialen Infektionen (Krankenhausinfektionen) werden durch Bakterien verursacht. Für die restlichen Fälle sind Viren, Pilze und Parasiten verantwortlich.

Die häufigsten bakteriellen Erreger von Krankenhausinfektionen sind Enterokokken, Staphylokokken, Streptokokken, Pseudomonas und Enterobakterien. Einige diese Bakterien kommen auch bei gesunden Menschen vor. Wenn das Immunsystem intakt ist, richten sie meist keinen Schaden an. Bei kranken und geschwächten Personen können sie sehr gefährlich sein.

Der Umstand, dass viele kranke Menschen auf engerem Raum untergebracht sind oder in den gleichen Räumen untersucht und behandelt werden, trägt zu einer vermehrten Verbreitung von Keimen bei. Klinikpersonal, das sich nicht ausreichend die Hände desinfiziert und schlecht desinfizierte Geräte, Schläuche, Untersuchungsspiegel oder Katheter fördern die Vermehrung und Übertragung der Bakterien von Patient zu Patient.

Medizinische Geräte, Inkubatoren, Waschbecken, Seifenspendern und auf Türklinken können  bei mangelnder Hygiene einen Infektionsherd darstellen. Oft ist der zeitliche Druck des Personals ein Grund für eine zu laxe Desinfektion, aber sicher nicht die einzige Ursache. 

Zwar haben die Krankenhäuser heute regelhaft so genannte Infektionsbeauftragte. Infektionsärzte jedoch sind gesetzlich nicht vorgeschrieben. Zuständige Aufsichtsbehörde für den Infektionsschutz in den Krankenhäusern sind in Hamburg die Bezirksämter. Im Bezirksamt Harburg stehen für den Infektionsschutz insgesamt (nicht nur in Krankenhäusern) nach Informationen der Verwaltung derzeit 4 Personen zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die Frage, wie sich die Aufsichtstätigkeit der Verwaltung in Bezug auf die Harburger Klinken gestaltet.  

 


Petitum/Beschluss:

 

Die Bezirksversammlung Harburg möge beschließen:

 

Die Bezirksverwaltung wird gebeten, im Ausschuss für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz über ihre Kontrolltätigkeit/Aufsichtstätigkeit  bei Fragen des Infektionsschutzes bezogen auf die im Bezirksamtsbereich Harburg liegenden Krankenhäuser/Kliniken zu berichten. Dabei soll auch aufgezeigt werden, welche Schwierigkeiten  im Zusammenhang mit einer konsequenten Krankenhaushygiene aus behördlicher Sicht vorhanden sind und welche Möglichkeiten einer effizienteren Kontrolle es ggf. unter welchen Voraussetzungen gibt bzw. geben könnte.

 

Antrag der Abgeordneten Kay Wolkau, Barbara Lewy, Isabel Wiest,

 

Harburg, 07.04.2016

 

Kay Wolkau

Fraktionsvorsitzender

f. d. R.