Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - 20-1343  

 
 
Betreff: Antrag Neue Liberale betr. Digitalen lokalen Marktplatz für regionale Händler aus Harburg und der Metropolregion auf den Weg bringen
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:Neue Liberale
Federführend:Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Harburg
22.03.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung Harburg abgelehnt   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

Harburg kämpft mit zahlreichen Leerständen. Lokale Einzelhändler können sich nicht halten, weil der Online-Handel zunimmt. Gleichzeitig entwickelt sich bei vielen Menschen durchaus ein Bewusstsein dafür, wie wichtig die Stärkung des regionalen, nachhaltigen Handels wäre. Ein Digitaler Lokaler Markt könnte beide Trends aufnehmen und zu einem Gewinn für Harburg machen.

Ein Digitaler Lokaler Markt ist eine Plattform für Waren, der ähnlich wie Amazon funktioniert, aber nur Waren anbietet, die in der Region verfügbar sind. Nur Händler, Hersteller und Bürger, die vor Ort ansässig sind, dürfen dort Produkte anbieten.

Die Bürger sehen, was es alles in Harburg zu kaufen gibt, und können die Produkte bequem von zu Hause oder unterwegs bestellen.

Ziele und Synergien des digitalen Marktplatzes:

Der Bezirk Harburg könnte sich ebenfalls auf dem digitalen lokalen Marktplatz präsentieren und seine vielfältigen Natur-, Freizeit- und Kulturangebote bewerben.

Ortsansässige Händler und Hersteller werden gestärkt und der Standort Harburg langfristig auch für Gewerbeansiedlung interessanter, was wiederum den lokalen Markt und den Arbeitsmarkt belebt. Die lokalen Händler, die bisher zunehmend durch das Internet und den boomenden Versandhandel unter Druck geraten, werden durch die neue digitale Verkaufsplattform präsenter und wettbewerbsfähiger.

Gleichzeitig bietet die Plattform die Möglichkeit etwas für den Klimaschutz zu tun, da die Lieferung regional erfolgt. Denn kurze Lieferwege ersparen unnötigen CO2-Ausstoß.

Um die Plattform zu finanzieren und weiter auszubauen, könnte eine Provision von den anbietenden Händlern erhoben werden. Mitarbeiter könnten für den reibungslosen Betrieb der Plattform sorgen und den Händlern beim Einstellen der Produkte helfen. Mit der Plattform soll der regionale Handel nachhaltig belebt werden.

 

 

Als Vorbild dient beispielsweise die Stadt Wuppertal, die ein ähnliches Projekt erprobt. Dort gibt es den sog. "Talmarkt" unter atalanda.com/wuppertal. Dieser wurde als bundesweites Forschungsprojekt "Online City Wuppertal" von der Stadt Wuppertal in Zusammenarbeit mit den regionalen Händlern, der Post und der Sparkasse Wuppertal errichtet. (Bitte dem Link zum Online Marktplatz folgen).

 

 


Petitum/Beschluss:

 

Die Bezirksversammlung möge beschließen:

1. Die Bezirksverwaltung wird gebeten – ggf. im Benehmen mit weiteren zuständigen Stellen- zu prüfen, ob ein Digitaler Lokaler Markt initiiert werden kann und welche Gesellschaftsform am besten dafür geeignet wäre. Dabei ist zu berücksichtigen, welche Multiplikatoren, Kooperationspartner und Werbegemeinschaften eingebunden werden können. Alternativ sollte erfragt werden, ob ein privates Unternehmen am Aufbau des Digitalen Lokalen Marktes Interesse hat und dies übernehmen würde.

2. Wenn die Errichtung eines Digitalen Lokalen Marktplatzes denkbar ist, soll ein möglicher Finanzierungsplan/Masterplan unter Berücksichtigung der Förderprogramme des Bundes und der FH Hamburg erörtert werden.

3. Die Bezirksverwaltung möge darüber hinaus- ggf. im Benehmen mit weiteren zuständigen Stellen-  ermitteln, wie viele interessierte Händler es in Harburg und der Metropolregion gibt und wie viele Händler  ihre Waren bereits über das Internet anbieten.

4. Die Ergebnisse sollen im Ausschuss Wirtschaft, Arbeit und Tourismus vorgestellt werden.

Antrag der Abgeordneten Isabel Wiest, Barbara Lewy,  Kay Wolkau,

 

 

Harburg, 03.03.2016

 

Kay Wolkau

Fraktionsvorsitzender

f. d. R.