Bezirksversammlung Harburg

Drucksache - XIX-2201  

 
 
Betreff: Antrag Grüne betr. Reaktivierung der Bahnstrecke Buchholz - Jesteburg - Harburg für den SPNV einschließlich Durchbindung zum Hamburger Hauptbahnhof
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:GRÜNE-Fraktion
Federführend:D 4 - Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
Beratungsfolge:
Hauptausschuss
08.04.2014 
Sitzung des Hauptausschusses ungeändert beschlossen / überwiesen   
13.05.2014 
Sitzung des Hauptausschusses vertagt / verbleibt   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

Niedersachsens Verkehrsminister hatte im vergangenen Jahr eine Liste von insgesamt 58 Trassen vorgestellt, deren Wiederbelebung für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) untersucht werden soll. Darunter befand sich anderem die alte Heidebahnstrecke Buchholz- Maschen.

Nach einer ersten Untersuchungsstufe waren zunächst insgesamt 28 Strecken in die engere Wahl gekommen. Von diesen 28 im Rahmen einer Nutzwertanalyse begutachteten Strecken hat der vom niedersächsischen Verkehrsministerium eingesetzte Lenkungskreis kürzlich empfohlen, acht Schienenstrecken detaillierter auf deren Reaktivierungswürdigkeit hin untersuchen zu lassen. Diese Untersuchung soll als Grundlage zur Entscheidung über die Reaktivierung von Schienenstrecken dienen.

Nach diesem Zwischenergebnis steht die Strecke Buchholz – Jesteburg – Harburg auf einem sehr erfreulichen und aussichtsreichen vierten Platz.

 

Das Konzept sieht vor, die Züge der sogenannten Heidebahn Hannover – Soltau – Buchholz über Buchholz hinaus über die bisher nur von Güterzügen genutzte Strecke Buchholz – Jesteburg – Maschen im Stundentakt bis nach Harburg zu führen.

 

In einer letzten Stufe wird sich eine Wirtschaftlichkeitsprüfung anschließen, so dass bereits Ende 2014 eine endgültige Entscheidung getroffen werden soll, welche Strecken für eine Reaktivierung des SPNV ausgewählt werden.                

 

Diesem politischen Vorstoß und dem erfreulichen Ergebnis der Untersuchung entsprechend sollte umgehende Unterstützung aus Hamburg und Harburg folgen. Es gilt, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, den ÖPNV und besonders den SPNV zwischen dem Landkreis Harburg und dem Bezirk Harburg sowie der Hamburger Innenstadt zu stärken. Die Reaktivierung der bestehenden Schienenverbindung zwischen Buchholz über Jesteburg nach Harburg für den Personenverkehr ist dabei besonders in den Focus zu nehmen, da auf diese Weise vielen Menschen aus dem Landkreis aber auch aus Harburg eine attraktive Alternative zur täglichen Nutzung des eigenen Pkws geboten werden könnte.   

 

Winsener Straße und Bremer Straße sind zu den üblichen Hauptverkehrszeiten völlig überlastet. Eine weitere attraktive Bahnverbindung könnte hier einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass Lärm, Abgase und Staus an und auf den Harburger Ein–und Ausfallsstraßen deutlich reduziert werden.

Die Überlastung der Ein– und Ausfallsstraßen in Harburg stellt ein vordringliches Verkehrsproblem dar, welches nur durch eine nachhaltige Stärkung des ÖPNV gelöst werden kann. Neben einer Optimierung und Ausweitung der Busverbindungen ist ein Ausbau des SPNV dringend erforderlich. 

Vieles spricht für eine Reaktivierung gerade dieser alten Heidebahnstrecke Buchholz-Jesteburg Harburg. Es wären nur Bahnsteige in Jesteburg und ggf. Ramelsloh zu bauen. Weitere Infrastrukturmaßnahmen wären nicht erforderlich. Ein Stundentakt könnte mit nur einem Fahrzeug wahrscheinlich sehr wirtschaftlich realisiert werden.

 

Die Arbeitsgruppe Bahn des Fahrgastbeitrat des Landkreises Harburg hat darüber hinaus jüngst deutlich gemacht, dass aus ihrer Sicht auch eine Durchbindung der Strecke Buchholz- Jesteburg-Maschen-Harburg bis zum Hamburger Hauptbahnhof sinnvoll erscheint. 

 


Petitum/Beschluss:

 

Die Bezirksversammlung möge beschließen:

 

  1. Der Bezirk Harburg unterstützt das Ziel, die alte Heidebahnstrecke Buchholz-Jesteburg-Harburg wieder für den ÖPNV zu reaktivieren. Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten dies der zuständigen Fachbehörde zu signalisieren.

 

  1. Die Bezirksverwaltung wird gebeten die Untersuchungen des Landes Niedersachsen, sowie die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, den Gremien des Bezirks zugänglich zu machen. Eine Beratung im zuständigen Ausschuss soll in der nächsten Legislatur stattfinden.

 

 

 

Harburg, 03.04.2014

 

Kay Wolkau

GRÜNE-Fraktionsvorsitzender