Bezirksversammlung Harburg

Auszug - Blaugrünes Band im Neubaugebiet Fischbeker Reethen (NF 67)  

 
 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses
TOP: Ö 1
Gremium: Stadtplanungsausschuss Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mo, 09.09.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 21:20 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal
Ort: Harburger Rathausplatz 1, 21073 Hamburg
20-3656.02 Blaugrünes Band im Neubaugebiet Fischbeker Reethen (NF 67)
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage öffentlich
  Bezüglich:
20-3656
Federführend:D 4 - Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
 
Protokoll
Beschluss

Vor Eintritt in die Tagesordnung verpflichtet der Vorsitzende Herrn Michael Melnik von der DIE LINKE Fraktion zur Vertraulichkeit und Verschwiegenheit. Er macht ihn auf die Geschäftsordnung der Bezirksversammlung Harburg vom 28.02.2017, auf die §§ 5-7 des Bezirksverwaltungsgesetzes mit Stand vom 04.04.2019 sowie auf die §§ 203-205, 331-334 und 353 b des Strafgesetzbuches aufmerksam und bittet ihn, sich mit dem Inhalt der genannten Paragraphen vertraut zu machen und danach zu handeln.

 

Mit Hilfe einer Präsentation stellen Vertreter des Planungsbüros relais (Sieger des Wettbewerbsverfahrens) Entwicklungen zum Blaugrünen Band im Neubaugebiet Fischbeker Reethen ausführlich vor.

 

Die Strukturen des im Gebiet vorhandenen Wegenetzes würden aufgenommen und für die Zukunft erhalten. Das Blaugne Band ziehe sich von West nach Ost durch das Gelände.

 

Die Lage des Projektgebietes, das sich im Übergang zwischen der Marschlandschaft und dem Geestrücken befindet, sei ein wichtiger Ausgangspunkt für das Konzept. Durch die Kombination der beiden Landschaft Strukturennne sich das Plangebiet zu einer völlig eigenständigen Identität entwickeln.

 

Das städtebauliche Konzept sei sehr gut mit dem freiraumplanerischen Vorhaben zu vereinbaren und weiter auszubauen. Wichtig sei, dass das Blaugrüne Band mit einer eigenständigen Formsprache einhergehe, auch um eine Identität für die Bewohner des Quartieres zu schaffen.

 

Eine Aufgabe im Wettbewerb sei gewesen, dem r die Quartiersmitte vorgesehenen Teich eine Form zu geben. Dem werde gefolgt durch eine Ufervegetation im südlichen Bereich der Wasserfläche sowie durch eine landschaftlich geformte steinerne Kante zum zentralen Platz hin mit verschiedenen Aufenthaltsglichkeiten.

 

Östlich und westlich der Quartiersmitte gebe es eher grüne, parkartige Bereiche. Um das Blaugrüne Band nicht abreißen zu lassen, werde trotz der technischen Vorgabe eines barrierefreien Straßenübergangs ein eher ungewöhnlicher Übergang mit einer Baumreihe geplant.

 

Im Bereich westlich der Quartiersmitte gebe es Rasen und Wiesenräume. Für den Übergang zu den Privatbereichen seien Strauch- und großflächige Staudenpflanzen denkbar.

 

Die am südlichen Parkrand befindlichen Entwässerungsmulden würden mit in das Blaugne Band eingebunden. Diese bepflanzten Mulden seien ein interessanter Übergang zwischen öffentlichen und privaten Bereichen und bereicherten das Parkbild. Außerdem seien sie in das nachhaltige Regenwasserkonzept integriert, um bei Starkregenereignissen das Wasser aufzunehmen, versickern bzw. über eine Drossel ablaufen zu lassen.

 

Nachdem kurz das Baumkonzept angesprochen wurde, wird auf die Nutzungsvielfalt des Landschaftsraumes (z. B. Außengastronomie, Kinderspielplatz, Parcoursanlager Jugendliche, Tennisplätze, usw.) eingegangen. Die Angebote richteten sich an alle Generationen und folgten dem Ziel der Inklusion. Es werde angenommen, dass insgesamt durch das kräftige und ablesbare Gestaltungskonzept eine hohe Nachhaltigkeit vorhanden sei, die eine Entwicklungsmöglichkeit für zukünftige Anpassung- und Änderungswünsche der nftigen Bewohner bereithalte.

 

Fragen der Ausschussmitglieder werden wie folgt beantwortet:

 

  • Es sei vorgesehen, dass alle an dem Blaugrünen Band anliegenden Baufelder (Dachwasser, Grundstückswasser, kleinere Verkehrsflächen), ihre Oberflächenentwässerung darin einleiteten. Bei Starkregenereignissen erfolge eine gedrosselte Übergabe an die Rethenbek.
  • Im Rahmen der Funktionsplanung seien die Wasserstandsschwankungen betrachtet worden, die nach Berechnungen etwa einen halben Meter betrügen. Grundlage für die Berechnung seien Klimadaten r das Jahr 2100 gewesen.
  • r sämtliche Gebäude mit Flachdach im Gebiet sei Dachbegrünung vorgesehen. Weiterhin seien die Mulden für das statistisch stattfindende 30jährige Regenereignis ausgelegt. Im Zuge der Planung sei darüber hinaus eine Starkregenbetrachtung durchgeführt worden, die im 100jährigen Ereignisbereich liege. Auf dieser Grundlage, in Zusammenhang mit der städtebaulichen Betrachtung, sei das Gebiet für seltene Starkregenereignisse mit der heutigen Planung sehr gut ausgelegt.
  • Das gesamte Höhenkonzept sei aufgrund der Topografie sehr gleichmäßig angelegt. Es bestünden Schwierigkeiten, genügend Neigung für den Ablauf des Regenwassers herzustellen. Im zentralen Bereich sei die Barrierefreiheit sichergestellt, da er insgesamt niveaugleich ist. In den parkartigen Bereichen gebe es verschiedene Beläge, z. B. asphaltierte Oberflächenr Radfahrer, Rollstuhlfahrer, etc. Daneben seien allerdings auch umfangreiche Flächen mit einer wassergebundene Decke vorgesehen.
  • Das Geländeniveau solle so erhalten bleiben. Es seien keine Aufhöhungen vorgesehen.
  • Der Schnellradweg zwischen S-Bahn-Haltestelle Fischbek und dem Wohnquartier „Heidbrook“ sei dahingehend überarbeitet worden, dass ein Asphaltbelag aufgetragen werde und auch die breiten Kurvenradien besser befahren werden könnten. In den Parks sei Fahrradfahren gestattet. Die Wege sollten ausreichend breit sein, um das Ausweichen zu erglichen. Weiterhin gelte die gegenseitige Rücksichtnahme. Es gebe jedoch auch asphaltierte Straßenbereiche, die für Fahrradfahrer nutzbar seien.
  • Grillplätze seien bisher nicht angedacht.

Der Ausschuss nimmt Kenntnis.