Bezirksversammlung Harburg

Auszug - Antrag SPD betr. Stadttauben im Bezirk Harburg  

 
 
Sitzung des Ausschusses für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Beschlussart: vertagt / verbleibt
Datum: Di, 19.02.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:50 Anlass: Sitzung
Raum: Raum 118
Ort: Harburger Rathausplatz 1, 21073 Hamburg
20-4146 Antrag SPD betr. Stadttauben im Bezirk Harburg
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:SPD-Fraktion / Loss, Claudia / Gajewski, Katharina / Schmager, Ronja / Olowson-Saviolaki, Eftichia / Schucher, Jan-Philipp
Federführend:Interner Service   
 
Protokoll
Beschluss

Frau Prestele informiert die Anwesenden über die zahlreichen Vorurteile den Stadttauben gegenüber, wobei sie sich einer umfassenden Präsentation bedient. So z.B. dass Stadttauben Parasiten übertragen oder Gebäude und Mauerwerk durch ihren Kot kaputt machen, letzteres habe eine umfängliche Studie der TU Darmstadt durch einen Prüfbericht widerlegt. Die Bezeichnungen „Ratten der Lüfte“ sei völlig überzogen und schlichtweg falsch.

Brot und Brötchenreste sind kein Taubenfutter, die Stadttauben leiden Hunger. Die ständige  Futtersuche führe zu verschnürten (verkrüppelten) Füßen. 

 

Die ausgewilderten Tauben weisen heute ein anderes Brutverhalten aus, als die Zuchttauben. So brüten die Stadttauben bis zu 8mal im Jahr die anderen Tauben nur zweimal. Daher sei ein Taubenschlag unerlässlich, um den Stadttauben einen dauerhaften Platz zu geben, an dem sie brüten und leben können. Haben die Tauben das neue Zuhause angenommen, bewegen sie sich in der Regel auch nur in deren Umfeld. Bei regelmäßiger Futtergabe, eine Taube braucht 50 g Körner am Tag, Reinigung des Taubenschlages und Austausches der Gelege durch Gipseier wäre eine Regulierung der Stadttaubenbestände durchaus möglich. Ein weiterer Vorteil wäre, da die Tauben im Verschlag viel Zeit verbringen sammelt sich eine Menge Taubenkot dort an, der eben nicht in der Stadt irgendwo für Probleme sorgt. Auch die Vertreterin von Gandolfs Taubenfreunden weist auf die handfesten Vorteile hin, die sich in anderen Städten als Lösung gezeigt haben. Dies sei das einzige probate Mittel die Taubenbestände zu regulieren.

 

Am Hamburger Hauptbahnhof (gegenüber „Saturn) befindet sich ein Taubenschlag, der von 150 200 Tauben regelmäßig bewohnt werde und daneben werden bis zu 500 Tauben mit Futter versorgt. Die Tiere verbringen 80 % des Tages im Schlag. Im Jahr konnten im Schlag 840 Eier getauscht werden, heißt 840 weniger Küken. In Bergedorf gebe es ebenfalls einen Taubenschlag für kranke und verletzte Tiere.

Als Lösung für den Bezirk Harburg re ein Containerplatz als Taubenschlag denkbar, wie im Bezirk Altona; mit Unterstützung durch die Vereine und in Kooperation mit dem Tierheim Süderstraße. Vorstellbar wäre eine Finanzierung durch die FHH und eine feste Betreuungsstelle (für Reinigung, Futtergabe, Eieraustausch) durch das Fachamt MR. Die Beschäftigung Ehrenamtlicher für eine Dauerbetreuung habe sich nicht bewährt, da die Tätigkeit täglich erfolgen müsse. Das können die ehrenamtlichen Vereine nicht leisten. Die Tauben benötigen täglich Futter- und Wassergabe sowie Reinigung des Taubenschlages (innen und außen); dafür werden ca. 2 Std. am Tag benötigt. Eine Containerlösung liege bei ca. 10.000 € je Container plus Kosten für den Innenausbau und Kranarbeiten. Die laufenden Kosten für ein Jahr werden in Höhe von ca. 36.000 € angegeben.

Es folgt eine ausführliche Diskussion, in der die Fraktionen Ihre Standpunkte darlegen.


Der Antrag soll im Ausschuss verbleiben.

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Stadttauben Harburg - 19.02.19 (11648 KB)      
Anlage 2 2 Stadttauben im Griff - 19.02.19 (5026 KB)      
Anlage 3 3 Stadttauben Krankheitsuebertraeger - 19.02.19 (99 KB)      
Anlage 4 4 Stadttauben Prüfbericht TU Darmstadt - 19.02.19 (2661 KB)