Bezirksversammlung Harburg

Auszug - Umbau ZOB Harburg  

 
 
Sitzung des Ausschusses für Inneres, Bürgerservice und Verkehr
TOP: Ö 1
Gremium: Ausschuss für Inneres, Bürgerservice und Verkehr Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 17.01.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 21:15 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal
Ort: Harburger Rathausplatz 1, 21073 Hamburg
 
Protokoll

Herr Schmidt und Herr Armbruster erläutern die Planungen des Verkehrsknotens Harburg. Dabei gehen sie insbesondere auf die Pläne zur Fahrradstation und der Veloroute11 ein. Die Busumsteigeanlage läuft derzeit bereits am Limit, daher sei eine Umgestaltung unumgänglich. Bei der Konzeptentwicklung gab es unterschiedliche Detailprüfungen und Überlegungen zur Gestaltung sowie Ausstattung. Die Ergebnisse flossen anschließend in die integrierte Planung ein. Die „Insellösung“ werde deutlich favorisiert, da die Rahmenbedingungen und das Platzangebot keine anderen Varianten zeitnah zulassen. Das Büro argus konnte durch ein Simulationsprogramm den Verkehrsfluss in den Spitzenzeiten real darstellen. Weiterhin wurden die Fahrgastkapazitäten mit dem Bussteig und S-Bahnsteig verglichen, die nahezu identisch seien. Im Herbst 2022 soll die neue Anlage fertig sein, so die Planung.

 

In der anschließenden kontroversen Diskussion beantworten die Herren Armbruster, Schmidt und Aldenhofen umfassend die Fragen des Ausschusses. Herr Penner weist darauf hin, dass die Versuche, mit der Deutschen Bahn in Verhandlungen zu treten, weiterhin im Sande verlaufen. Es gebe ernüchternde Ergebnisse, zu einer großgigen und modernen Gestaltung des Bahnhofvorplatzes. Die Busumsteigeanlage ist an drei Seiten von Bahnanlagen eingeschlossen; umfängliche Planungen, wie z.B. Überbauung oder Verlegung von Gleisen, wären voraussichtlich erst in Jahrzehnten realisierbar; das Fitnessstudio „Kieser“ hat Mietverträge mit der DB.

Die Fraktionen stellen wie folgt ihre Standpunkte dar:

  • Die CDU-Fraktion hat Sorge, dass der Individualverkehr nicht mehr umfassend möglich sei, insbesondere beim Abbiegen in die Moorstraße. Es werden eher Vorteile der Hochbahn als für den Kunden gesehen. Außerdem müsse eine gute Beschilderung / Wegeführung von der S-Bahnstation angebracht werden.
  • Der Ausstieg in Richtung Winsener Straße sieht die SPD-Fraktion kritisch sowie den Treppenabgang in Richtung Seevekanal, durch zu lange unübersichtliche Laufwege. Die Anlage werde insgesamt als nicht optimal wahrgenommen.
  • Die Fraktion Neue Liberale halten die Berechnungen der PKW-Zählungen aus der Moorstraße unrealistisch. Auch hier werden die Fußngerverkehre von der Hauptplattform kritisch gesehen.
  • Die hier heute vorgestellten Planungen stoßen bei der Fraktion GRÜNE auf positive Resonanz. Die kritischen Punkte können noch behoben werden, dafür sei der Meinungsaustausch ja vorgesehen. Die Fraktion stehe für eine schnelle Lösung, da der Ist-Zustand keinen Aufschub dulde.
    Der Abgang in den Tunnelbereich sollte mittig der Insel angelegt werden.
  • Frau Ehlers führt an, dass aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens, es zu chaotischen Verkehrsflüssen kommen könne.
  • Die Fraktion DIE LINKE sieht Vorteile bei der Verkürzung der Fahrzeiten, da die Busse nftig nicht mehr die Schleife umfahren müssen pro Schleife sind das 3 min. je Bus.

 

Die Vertreter der Hochbahn erläutern, dass die Haltestellenplanung mit der Veloroutenplanung als Ganzes gesehen werde. Die Anlage soll selbstverständlich einen wirksamen Windschutz erhalten, ebenso einen Aufzug und Treppenanlage. Aufgrund der erweiterten Länge des Bussteiges können auch längere Busse eingesetzt und somit 50 % mehr Personen befördern werden. Die neue Anlage sei sehr wohl in der Lage, die zu erwartenden Fahrgäste aufzunehmen und die Besucherströme gut organisiert zu bewältigen, dies haben aussagefähige Berechnungen belegt. Die Wegstrecken liegen alle unter 100 m und sind barrierefrei.

 

Der Vorsitzende fasst zusammen, dass alle Fraktionen sich geäert haben und nunmehr eine Fraktionsberatung sinnvoll sei. Das Ergebnis soll der Bezirksversammlung übermittelt werden. Er gibt zu bedenken, dass vielleicht „der Spatz in der Hand sinnvoller sei, als die Taube auf dem Dach“.