Bezirksversammlung Harburg

Auszug - Neuländer Quarrée - Sachstandsbericht  

 
 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses
TOP: Ö 5
Gremium: Stadtplanungsausschuss Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mo, 08.01.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:10 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal
Ort: Harburger Rathausplatz 1, 21073 Hamburg
20-3414 Neuländer Quarrée - Sachstandsbericht
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsvorlage öffentlich
Federführend:D 4 - Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
 
Protokoll
Beschluss

Herr Penner weist auf einen nicht beschlossenen Antrag der CDU vom 13.11.2017 (Tagesordnung der Bezirksversammlung 30.01.2018) hin, der zum Thema die unverzügliche Information über den Sachstand des Neuländer Quarrées habe. Da jedoch bereits Gespräche mit den neuen Eigentümern stattgefunden hätten, halte er es für sinnvoll, den aktuellen Sachstand heute vorzustellen.

 

Herr Penner zeigt zunächst die Visualisierung der ursprünglichen Planungen auf Grundlage des Masterplans 2014 auf, als die Entwicklung noch durch P+S erfolgte. Das Grundstück sei später von der cg-gruppe erworben und zwischenzeitlich sei sie auch als Eigentümerin eingetragen worden. Im Dezember habe es mit der cg-gruppe ein Auftaktgespräch gegeben. Sie habe sich noch nicht entschieden, ob sie auf Basis des Masterplans von P & S das Vorhaben weitführen oder einen ganz neuen Masterplan aufstellen wollte. Er könne sich gut vorstellen, auf Basis des bisherigen Masterplans weiterzuarbeiten und an bestimmten Stellen das Projekt zu modifizieren.

 

Es sei weiterhin von der cg-gruppe vorgesehen, im bisher hierfür vorgesehenen Bereich Wohnungsbau zu betreiben. Außerdem gebe es die Überlegung, weiteren Wohnungsbau außerhalb des Gewerbegebietsteils herzustellen. Aus Sicht der Verwaltung sei dies denkbar, allerdings aufgrund der heutigen Festsetzung Kerngebiet nicht abgedeckt, da der Wohnungsbauanteil durch die erste Maßnahme bereits erschöpft sei. Es müsse für eine Realisierung eine Bebauungsplanänderung in z. B. „Urbanes Gebiet“ durchgeführt werden. Dann seien 430 statt der zunächst geplanten 390 Wohnungen machbar. Die auf der Internetseite der cg-gruppe veröffentlichten 548 Wohnungen seien aufgrund der Nähe zu Brenntag nicht zu realisieren.

 

r den im Bebauungsplan festgesetzten Gewerbegebietsbereich wolle die cg-gruppe auf die Verbindungsbrücken zwischen einzelnen Gebäuden verzichten, was verwaltungsseitig für unproblematisch gehalten werde.

 

In dem Gespräch sei von der cg-gruppe auch in Frage gestellt worden, ob tatsächlich ein Technologiezentrum hergestellt werden müsse. Die Verwaltung habe bisher die Position der Umsetzung vertreten. Zumindest in dem Bereich, der bei dem alten Projekt dafür vorgesehen gewesen sei, werde darauf bestanden eine technologieorientierte Nutzung entstehen zu lassen. Über die genaue Ausgestaltung müssten dann noch Gespräche geführt werden. Eine andersartige Nutzung werde nicht akzeptiert.

 

Herr Penner weist darauf hin, dass es sich bei der im Internet durch die cg-gruppe veröffentlichten Visualisierung um eine Detailierung des alten Masterplans von 2014 handeln würde, die bisher in dieser Form nicht veröffentlicht worden sei. Er geht kurz auf die einzelnen Bilder ein und erklärt, dass man sich für das Gebäude im Eingangsbereich von Seiten der Hannoverschen Straße durchaus Gewerbe vorstellten könnte, das keine Technologienutzung beinhalte.

 

Über den Bau des Hotels gebe es weiterhin Einigkeit und es solle nach Aussage des Eigentümers entsprechend dem Wettbewerbsergebnisses umgesetzt werden. Der bisher im Gespräch gewesene Betreiber sei scheinbar auch nach wie vor an dem Hotel interessiert. Es gebe jedoch Überlegungen, es etwas höher herzustellen. Die Verwaltung sehe dies mit Vorbehalt, da es sich um das Eingangstor des Gebietes handeln würde und man sich daher auch an den Planungen des gegeberliegenden Gebietes der New-York-Hamburger orientieren müsse.

 

Das Wohnhochhaus betreffend macht er darauf aufmerksam, dass es im Zusammenhang mit der Gesamtplanung städtebaulich nicht mehr mit dem geplanten Hotel am Veritaskai und der vorgesehenen Hochhausbebauung im Bereich New-York-Hamburger harmoniere. Insbesondere dadurch, dass dieses Gebäude eine starke Ostwest-Ausrichtung habe. Dadurch würde gemeinsam mit den anderen hohen Gebäuden aus der Fernsicht der Eindruck entstehen, man schaue auf eine hohe Wand. Es sollte ein städtebaulicher Gesamtzusammenhang wieder hergestellt werden. Vorstellbar sei einPunkthaus“ oder die Drehung des Gebäudes in Nordsüd-Richtung mit der Auswirkung, dass sich die Marina verkleinere bzw. insgesamt wegfalle. Inwieweit diese Entwicklung realisiert werden könne, stünde noch nicht fest.

 

Anhand eines Fotos des Stadtmodells weist er auf den Eingangsbereich hin und zeigt auf, dass es städtebaulich sinnvoll sei, dass die Bebauung an der Stelle in etwa eine Höhe haben sollte.

 

Abschließend erklärt Herr Penner, dass bisher keine endgültigen Beschlüsse gefasst worden seien und auch mit dem Eigentümer keine Klarstellung erfolgt sei. Der Eigentümer überlege, den alten Masterplan zu realisieren oder einen Neuen mit genehmigungsfähiger Nutzung aufzustellen.

 

Herr Penner kündigt an, im nichtöffentlichen Teil über das vertrauliche Antragsverfahren zu berichten und beantwortet Fragen der Ausschussmitglieder wie folgt:

 

  • Eine Modifizierung sei vorstellbar im bisherigen Kerngebietsbereich, in dem mit einer Bebauungsplanänderung ein Urbanes Gebiet festgestellt werde. Dann könne dort die Wohnnutzung etwas verstärkt werden. Außerdem sei die Modifizierung bei diesem Baukörper vorstellbar. Denkbar seien wie üblich weitere kleinere Veränderungen, insgesamt handele es sich jedoch um eine robuste Grundlage.
  • Es sei von der cg-Gruppe nie in Frage gestellt worden, dass der Gewerbeteil vor der Wohnbebauung hergestellt werden müsse.
  • Die Höhen und Ausrichtungen der hohen Gebäude seien noch nicht abgestimmt. Städtebaulich wäre es jedoch richtiger, das Wohnhochhaus als Punkthaus oder in Nord-Süd-Ausrichtung zu realisieren anstelle der bisherigen Festsetzung in Ost-West-Ausdehnung.

 

Herr Spahn merkt an, dass das Hochhaus auch hinsichtlich der Höhe den weiter nördlich geplanten Hochhäusern angeglichen werden sollte.

 

Herr Bliefernicht erklärt, für die CDU-Fraktion stehe außer Frage, dass zuerst der Gewerbeteil hergestellt werdensste. Bekanntermaßen seien Wohnungen besser zu vermieten als Gewerbeflächen. Bezüglich des Hotels stehe die CDU-Fraktion ebenfalls auf dem Standpunkt, dass die Höhe an die anderen Gebäude angeglichen werden sollte. Zu dem Thema Ausrichtung des Gebäudes und Wegfall bzw. Verkleinerung der Marina habe die CDU-Fraktion noch Beratungsbedarf. Die Anzahl der Wohneinheiten könnten durchaus lockerer betrachtet werden und sollten nicht auf 390 festgeschrieben werden.

 

Frau Overbeck begrüßt die Fortführung des Projektes und schließt sich den Aussagen von Herrn Bliefernicht an.

 

Nachdem Herr Wolkau mitgeteilt hat, dass er die Bebauung als zu massiv empfinde erkundigt er sich, ob es unter jetzigen rechtlich Voraussetzungen möglich sei, auf das Wohnhochhaus ganz verzichten und stattdessen einen kleinen Park anzulegen. Dafür könnten die anderen Wohngebäude dann um ein Geschoss plus Staffel höher errichtet werden.

 

Herr Penner macht darauf aufmerksam, dass die Gründungskosten für das Hochhaus im Wasser noch im Rahmen der Wirtschaftlichkeit seien. Für einen Park seien die Kosten zu hoch. Grundsätzlich könne über den Verzicht des Hochhauses und die Erhöhung der restlichen Wohnbebauung diskutiert werden.

 

Herr Bliefernicht wendet ein, dass der Investor sicherlich die Lage mit dem guten Ausblick nicht aufgeben werde. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Anzahl der Wohnungen sich nicht verringere.

 

Herr Penner merkt an, dass die Investoren bei konkreten Planungen ihr Projekt vortragen würden.


Der Ausschuss nimmt Kenntnis.