Bezirksversammlung Harburg

Auszug - Energetisches Quartierskonzept südöstliches Eißendorf / Bremer Straße  

 
 
Sitzung des Ausschusses für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz
TOP: Ö 1
Gremium: Ausschuss für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 23.01.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 19:45 Anlass: Sitzung
Raum: Mehrzwecksaal im SDZ
Ort: Harburger Rathausforum 1, 21073 Hamburg
 
Protokoll

Der Vorsitzende begrüßt die Anwesenden und stellt die zahlreichen Referenten kurz vor.

 

Herr Rutschewski skizziert die Aufgabenverteilung des Energetischen Quartierskonzepts Süstliches Eißendorf / Bremer Straße. An dieser Stelle habe er bereits die Grundidee der energetischen Stadtsanierung vorgestellt. Nunmehr können heute die aktuellen Sachstände bekannt gegeben werden.

 

Die externe Begleitung erfolge durch das Hamburg Institut und d3-architekten sowie mittels des Forschungsprojekts GEWISS (Geographisches Wärmekonzept). Herr Dittert stellt anhand einer umfassenden Präsentation das Quartier vor und erläutert die Bestandsaufnahmen der Gebäude, die anschließend analysiert werden. Endenergiebedingte CO2-Emissionen werden nach den Kategorien Wärme, Strom und Verkehr ermittelt. Diese Erfassung ist nötig, um zu registrieren, wo Veränderungen überhaupt möglich sind. Frau Weisleder setzt die Präsentation fort und geht auf die Potenziale und deren Handlungsfelder ein. Dazu wurden insgesamt 35 Steckbriefe entwickelt, um die energetische Modernisierung von Gebäuden in Einzelmaßnahmen zusammen zu fassen; daraus resultieren die einzelnen Projekte. Die Solarthermie spielt eine große Rolle bei der Gewinnung und Nutzung von erneuerbarer Energien. So könne man sich ein Pilotprojekt beim EBV am Gottschalkring als Idee vorstellen, oder auf dem Parkdeck des Phönix-Centers. Eine weitere Energiegewinnung könnten durch industrielle Abwärme genutzt werden. Da könnten Pilotprojekt-Ideen mit ContiTech und SAGA ins Leben gerufen werden. Erste Gespräche mit der Conti und der SAGA konnte Herr rutschewski schon führen. Alle Befragten zeigten sich gesprächsbereit, insgesamt kann von einer positiven Resonanz gesprochen werden. Frau Weisleder zeigt abschließend die Szenarien der künftigen Entwicklungen auf, um die Klimaschutzziele in absehbarer Zeit zu erreichen. Der Trend der erneuerbaren Energien werde sich deutlich steigern müssen. Sie spricht sich für Handlungsempfehlungen aus, die auch zeitnah umgesetzt werden sollten, um den CO2 Ausstoss deutlich zu verringern. Fördermittel stehen durch den Bund und der FHH ausreichend zur Verfügung.

 

In der anschließenden Diskussion werden die Fragen des Ausschusses durch alle Referenten u.a. wie folgt beantwortet:

  • Nicht alle Maßnahmen sind sowohl in Alt- und Neubauten sinnvoll, z.B. Thermostate, die sich beim Stoßften selber regeln.
  • Bei den regenerativen Energien greife u.a. die Solarthermie, die im Sommer den Bedarf decken. Später könne sich eine Eisspeicherung, wie im EBV  vorgestellt werden.
  • Die CO2-Werte sind Durchschnittswerte vom Stromnetz Hamburg bzw. der BUE, detaillierte Auskünfte sind nicht möglich, um den realen Emmissionsfaktor zu ermitteln.
  • Die zugrunde liegenden Daten beziehen sich auf das Jahr 2015, dar die Auswertungen 2 3 Jahre benötigt werden. Abweichungen sind aber gering und Veränderungen reagieren eher träge.
  • Das Quartier werde als soziales Gebiet betrachtet. Die Vermieter werden angehalten, möglichst auf eine sozialverträgliche Umsetzung der Sanierungen zu achten.
  • RISE-Mittel unterliegen einer nicht prioritären Nutzung. Es gäbe deutlich interessantere und umfänglichere Zuschüsse der BUE u.ä.
  • Die Fahrradfreundliche Quartiersentwicklung stecke noch in der Anfangs- und Entwicklungsphase. Der Radverkehr werde aber stärker zu beachten sein. Die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln reduziere das CO2-Volumen zusätzlich.
  • Die Anregung, eine Solarthermiefläche evtl. auf dem verpachteten Gelände am Reiherhoopweg / Friedhofstraße werde aufgenommen und in die Ideenfindung einfließen. Evtl. könne der Pächter ebenfalls davon profitieren.
    Die Idee des Urban gardening könnte auch hier greifen.
  • Weiterhin wird angeregt, dass auch städtische Gebäude ihre Vorbildfunktion im Bezirk gerecht werden sollten. Herr Rutschewski prüft derzeit einige Projekte.

 

Frau Ott setzt die Thematik mit der Weiterentwicklungsstrategie des Hamburger Klimaplans fort, dies erläutert sie ausführlich anhand einer Präsentation. Das Ziel sei, eine klimafreundliche Stadt mit einer CO2-Reduktion von mind. 80 % bis zum Jahr 2050. Dazu wird ein bezirkliches integriertes Klimaschutzkonzept erarbeitet, welches zu 100 % durch Fördermittel finanziert werde (65 % vom BMUB und 35 % der BUE). Die Antrgstellung erfolgt bei Projektträger Jühlich.

 

Bis zum Jahr 2020 war als Vorgabe des Senats eine 40 %ige CO2-Reduktion für die FHH auf Basis der Vorgaben auf Bundesebene anvisiert. Dieser Plan sei wohl nicht mehr haltbar. Es ist Aufgabe der politischen Gremien, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, um bessere Voraussetzungen für eine gezielte Umsetzung zu erreichen. Leider gäbe es keine Verpflichtung zur Einhaltung der Vorgaben. Hier hätte das bezirkliche integrierte Klimaschutzkonzept die Möglichkeit, konkrete Mnahmen festzuhalten, dabei werde die Bevölkerungsentwicklung (Nachverdichtung) berücksichtigt. Das bezirkliche integrierte Klimaschutzkonzept soll zu gegebener Zeit durch die Bezirksversammlung beschlossen werden.

 

Es folgt ein kurzer Meinungsaustausch, in dem klar zum Ausdruck gebracht wird, dass der Ausschuss ein bezirkliches Klimaschutzkonzept sehr begrüße.

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Energetische Stadtsanierung KfW-Programm - 23.01.18 (217 KB)      
Anlage 2 2 Integriertes Quartierskonzept Bericht - 23.01.18 (4052 KB)      
Anlage 3 3 Darstellung Klimaplan - 23.01.18 (844 KB)