Bezirksversammlung Harburg

Auszug - Gewerbeflächenkonzept Harburg 2018  

 
 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses
TOP: Ö 2
Gremium: Stadtplanungsausschuss Beschlussart: vertagt / verbleibt
Datum: Mo, 22.01.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:20 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal
Ort: Harburger Rathausplatz 1, 21073 Hamburg
20-3401 Gewerbeflächenkonzept Harburg 2018
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussvorlage öffentlich
Federführend:D 4 - Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt   
 
Protokoll

Herr Stolzenburg geht kurz auf die Ausgangslage ein und teilt mit, dass das Bezirksamt Harburg im Jahr 2016 begonnen habe, das aus dem Jahre 2012 stammende bezirkliche Gewerbekonzept zu überarbeiten. Grundlage dafür sei der Koalitionsvertrag des Senats und der kommunalpolitische Antrag 20-3401. Ziel der Überarbeitung sei eine aktuelle Darstellung der Gewerbepotenziale und Strategien der Gewerbeentwicklung in Harburg sowie eine Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Gewerbeflächenkonzepte der Hamburger Bezirke. Er weist daraufhin, dass der Stadtplanungsausschuss im Juni 2017 nachdem ihm die Bestandsflächen bekanntgegeben worden seien - seine Zustimmung zur Behördenbeteiligung gegeben habe. Anschließend sei das Konzept erarbeitet und nach Abstimmung der zuständigen Fachbehörden, sowie Handels- und Handwerkskammer im Dezember 2017 nochmals angepasst worden.

 

Er macht auf die vom Bezirksamt verfolgten Ziele wie folgt aufmerksam:

 

  • Ansiedlung insbesondere von wissensbasiertem und arbeitsplatzintensivem Gewerbe an geeigneten Standorten
  • Standorte
    • Sicherung bestehender gewerblicher, auch industrieller Standorte.
    • Qualifizierung der bestehenden Standorte hinsichtlich Flächeneffizienz, Energieeinsparung, Minimierung von Versiegelung, Steigerung der städtebaulichen Qualität, sowie Unterstützung weiterer Maßnahmen des Klimaschutzes
    • Neuausweisung von geeigneten Standorten für unterschiedliche Branchen
  • Nutzungsintensivierung von derzeit mindergenutzten Gewerbeflächen im Hafen
  • Ansiedlung von emissionsarmem Gewerbe in nutzungsgemischten Lagen

 

Es sei geprüft worden, ob die Gewerbestandorte von 2012 noch aktuell seien. Im Weiteren, seien sämtliche Bestands- und Potenzialflächen erneut geprüft und ergänzt worden. Das Ergebnis sei, dass im Bezirk Harburg 42 bestehende Gewerbestandorte vorhanden seien. Einige davon im Hafen. Die Zahl sei etwas höher als im ursprünglichen Konzept. Der Grund dafür bestehe darin, dass die Körnung der Flächen in Abstimmung mit den anderen Bezirken von 2 ha auf 1 ha reduziert worden sei. Kleine Streuflächen (< 1 ha) seien nicht berücksichtigt worden. Die Fläche Neuland 23 sei aus den potenziellen Standorten in die Bestandsflächen übergegangen. Ansonsten seien 7 potenzielle Gewerbestandorte identifiziert worden, bei denen jedoch noch kein Planrecht vorhanden sei und die somit erst perspektivisch für eine gewerbliche Nutzung zur Verfügung stehen können.

 

P1Industriegebiet Fürstenmoor

P2Gewerbegebiet Fischbeker Reethen (NF 67)

P3Gewerbegebiet Radeland -

 

Insgesamt ca. 50 ha.Hafenflächen:

P4Spülfeld Moorburger Elbdeich

P5Spülfeld Moorburg Ost

P6Spülfeld Moorburg West

P7Industriegebiet Vollhöfner Weiden

Die Spülflächen seien noch nicht als Gewerbeflächen entwickelt, würden jedoch als Potenzialflächen weiterhin geführt.

 

Im Weiteren gibt er bekannt, dass im Bestand Flächen von 34 ha vorhanden seien, die perspektivisch weiter verbessert, qualifiziert bzw. umgenutzt werden könnten. Nicht aufgeführt seien die Hafengebietsflächen, da nicht nachvollzogen werden könne, wie viel Potenzial im Einzelnen vorhanden sei. Dies solle im nächsten Schritt überprüft werden. Die Potenziale im Bestand rden sich aus einer umfangreichen Bestandserhebung der Fa. Lademann und Partner ergeben.

 

Es sei eine Trägerbeteiligung durchgeführt und entsprechend die Fachbehörden um Stellungnahme gebeten worden, die auch in der Beschlussvorlage mit aufgeführt sei.

 

Die Behörde für Umwelt und Energie (BUE) rege grundsätzlich an, Streuflächen, die zurzeit noch nicht dem Ziel der übergeordneten Planung entsprächen, dürften nicht bearbeitet werden. Das Bezirksamt folge dem nicht, weil es in vielen Bereichen derart kleinflächige Flächen mit einer geringen Körnung gebe, die im Landschaftsprogramm (Lapro) nicht dargestellt werden könnten. Diese kleinteiligen Gewerbeflächen hätten jedoch eine große Bedeutung und diese Flächen sollten so belassen werden ohne das Planrecht zu überarbeiten. Dieser Anmerkung der BUE wolle das Bezirksamt nicht folgen.

 

Die BWVI fordere, die Hafenflächen aus dem Gewerbeflächen Programm herauszunehmen, da es nach dem Hafenentwicklungsgesetz und den Hafenentwicklungsplan Gewerbegebieter den Hafen sein. Die Bezirksverwaltung stimme dem grundsätzlich zu, auch dass der Bezirk nicht zuständig für die Entwicklung des Hafens sei. Dennoch handele es sich um Flächen auf Harburger Bezirksgebiet und man müsse Überlegungen r die zukünftige Entwicklung dieser Flächen vornehmen. Aus diesem Grund seien im Gewerbeflächenkonzept 2012 diese Flächen bereits mit aufgeführt und würden weitergeführt. Allerdings mit der Maßgabe der Bezirks sei nicht zuständig, aber er würde sich perspektivisch, sobald diese Flächen nicht mehr als Spülfelder genutzt werden könnten, darüber Gedanken machen welche Nutzungen mit welchen Synergieeffekten machbar seien.

 

Weiterhin verlange die BUE die Herausnahme der Deponie am Großmoordamm. In der Tat sei dort eine Fläche mit einer außerordentlichen Belastung dargestellt, allerdings auch der Zweite Grüne Ring. Dem Bezirksamt sei dabei durchaus bewusst, dass die Ziele des Lapro durchaus im Bereich der Gewerbe- und Industrieentwicklung eine wichtige Rolle spielen müssten. Man sei der BUE dahingehend entgegengekommen, dass der Steckbrief so formuliert worden sei, dass diese Grünverbindung in weiteren Planungen vorzusehen sei. Allerdings solle die Flächen nicht aus dem Gewerbeflächenkonzept herausgenommen werden, da das konkrete Planrecht hier eine Industriepotenzialfläche vorsehe.

 

Außerdem habe es eine Anmerkung zur Fläche Radeland gegeben. Hier gebe es drei Flächen mit unterschiedlichen zeitlichen Entwicklungspotenzialen. Im Westen die Gemeinbedarfsflächen mit Schwerpunkt Polizei, die wie im Osten als gewerbliche Potenzialfche mit gesehen werde. Bei die Fläche, die im Hafenerweiterungsgebiet liege, müsse mit HPA geprüft werden, ob eine gewerbliche Nutzung umsetzbar sei. Der Bezirk habe allerdings von der BWVI diesbezüglich auch positive Rückmeldungen erhalten. Im Bereich der Kleingartenflächen sei nur eine gewerbliche Nutzung denkbar, wenn das Planrecht überarbeitet werde, und die Sicherung oder Verlagerung der Kleingartenflächen mitgedacht werde. Die BUE habe angemerkt, dass die übergeordneten Wegeverbindung für den Zweiten Grünen Ring sowie als Grünachse eine große Rolle spielten. Auch dies sei im Steckbrief formuliert worden.

 

Im Striepenweg forderte die BUE die Herstellung einer Grünachse. Die Sinnhaftigkeit sei hier fraglich, da die Grünachse an den Gleisen enden würde. Der Bezirk vertritt die Auffassung, die vorhandene Grünachse östlich des Bahnhofs zu stärken. Dahingehend sei die Stellungnahme angepasst worden und die Fläche sei für den Bezirk weiterhin Gewerbeflächenpotenzial.

 

Die Handelskammer habe konkrete Gewerbestandorte vorgeschlagen. Der Bezirk Harburg wolle den Vorschlägen nicht folgen, dennmtliche Flächen gen auf der Marmstorfer Flottsandplatte und seien in der Vergangenheit für eine Gewerbeentwicklung ausgeschlossen worden. Man habe dahingehend argumentiert, dass die Einfahrtssituation über die BAB 7 nach Harburg hinein führe und es sich um eine topografisch stark geprägte Lage handele.

 

Auf Nachfrage von Herr Wolkau erklärt Herr Stolzenburg, HPA habe sich in der Vergangenheit sehr kritisch gegenüber einer gewerblichen Entwicklung in den Hafengebieten geäert. Der Bezirk habe kein Hoheitsrecht über dieses Gebiet und rde sich nur dann eine Entwicklung vorstellen können, wenn HPA perspektivisch ihre Pläne aufgebe.

 

Der Ausschuss erklärt Beratungsbedarf und vertagt den Tagesordnungspunkt auf die Sitzung des Stadtplanungsausschusses am 05.02.2018.