Bezirksversammlung Harburg

Auszug - Antrag SPD betr. Parksport im Binnenhafen  

 
 
Sitzung des Stadtplanungsausschusses
TOP: Ö 4
Gremium: Stadtplanungsausschuss Beschlussart: vertagt / verbleibt
Datum: Mo, 08.01.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:10 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal
Ort: Harburger Rathausplatz 1, 21073 Hamburg
20-3335 Antrag SPD betr. Parksport im Binnenhafen
   
 
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag
Verfasser:SPD-Fraktion; Heimath, Jürgen; Richter, Frank; Böhm, Holger
Federführend:Interner Service   
 
Protokoll
Beschluss

Herr Penner gibt bekannt, dass es parallel zu diesem Antrag in der Begleitgruppe eine intensive Diskussion über Freiflächen im Binnenhafen gebe. Anschließend geht er mit Hilfe einer Präsentation auf die Freiflächen im Harburger Binnenhafen ein. Die Verwaltung vertrete die Auffassung, dass der Binnenhafen durch seine Wasserflächen eine gewisse Weite habe und daher die vorhandenen Grün- und Freiflächen relativ großgig wirkten, gegenüber anderen, sehr dicht bebauten Stadtteilen. Innerhalb der Begleitgruppe sei man geteilter Meinung. Für einige gebe es zu viele Grünflächen. Andere wollten bestimmte Grundstücke, die für die Bebauung vorgesehen seien, zu Grünflächen entwickeln. Das verursache jedoch erhebliche, immobilienwirtschaftliche Probleme.

 

An einem schematischen Plan weist Herr Penner auf Freiflächen mit Wasserbezug hin. Dabei handele es sich um vorhandene und geplante öffentliche Freiflächen sowie vorhandene und öffentlich zugängliche Privatflächen. Aus den bestehenden Gegebenheiten sei ein Rundkurs herausgearbeitet worden, der jedoch im Bereich Nartenstraße recht unattraktiv sei. Sollte nach der Kaimauersanierung der Treidelweg entwickelt sein und die Low-Tech-Brücke“ über den Schiffsgraben finanziert werden können, sei der Joggingkurs durchaus interessant. Dies wolle die Verwaltung weiter verfolgen.

 

Sollten jedoch großgigere Frei- und Sportflächen gewollt sein, müsse nach Neuland ausgewichen werden. Dann müsste es ein mittel- bis langfristiges Ziel sein, die Verbindungen nach Neuland zu verbessern, wobei der Fokus auf die Fläche an der Süderelbe liege, um dort das Thema Sport besser entwickeln zu können. Allerdings gebe es dort dann den Konflikt mit dem Naturschutz. Zwei weitere Bereiche mit der Überquerung der Bahn und der Autobahn seien langfristig denkbar, denn in den Bebauungsplänen auch in Neuland seien die Grünzüge weiterhin vorgehalten. Nur zurzeit würden die Querungen nicht finanziert und sie stünden auch nicht an erster Priorität.

 

Kleinere Maßnahmen seien im Binnenhafen selbst machbar. Entwickelt werden könnte z. B. ein Multifunktionsspielfeld wie in der Baererstraße im Phoenix-Viertel. Kurz- und mittelfristig verfügbare Flächen seien:

 

  • Treidelweg nach Kaimauersanierung. Könnte mit einem Beachclub kombiniert werden.
  • Im nördlichen Grünzug „Harburger Brücken“. Die aktuelle Planung sehe es bisher nicht vor, könne jedoch angepasst werden.
  • glich wäre auch eine Bootsabstellfläche, die kurzfristig zur Verfügung stünde. Diese Fläche sei jedoch recht abseits und somit keine optimale Lösung.
  • Langfristig seien andere Flächen vorstellbar. Unter anderem z. B. auf dem HPA-Mitarbeiterparkplatz oder westlich des Ziegelwiesenkanals.

 

Weiterhin gebe es Flächen auf dem Wasser und Herr Penner stellt als Beispiel einen Sportponton auf dem Donaukanal in Wien vor. Diese Wasserflächen im Harburger Binnenhafen ren auch recht zügig verfügbar. Auch längerfristig an anderer Stelle auf dem Wasser sei dies denkbar. Z. B. im Ziegelwiesenkanal bzw. am Kanalplatz. Beide Flächen seien allerdings bislang dem Museumshafen zugestanden worden und die Idee nne nur einvernehmlich umgesetzt werden.

 

Frau Overbeck begrüßt, dass die Möglichkeiten für Grünflächen im Harburger Binnenhafen aufgezeigt worden seien. Allerdings habe der Antrag eine andere Richtung beschrieben.

 

Herr Richter ergänzt die Aussagen von Frau Overbeck, in dem er den Antrag erläutert. Er hält es jedoch für gut, dass sich die Verwaltung über Multifunktionsfelder sowie einen Rundweg Gedanken mache. Er vermutet jedoch, dass ein Multifunktionsfeld im Norden des Binnenhafens aufgrund der langen Wegstrecke von der Wohnbebauung kaum genutzt würde. Die südlich gelegeneren Standorte halte er für sinnvoller. Wege vom Binnenhafen in Richtung Osten über die BAB sieht er genauso wie Herr Schinkel-Schlutt kritisch, da Bckenbauwerke notwendig würden und eine Finanzierung dafür fraglich sei. Ansonsten könnten die Vorschläge für weitere Diskussion als Grundlage genommen werden.

 

Herr Schinkel-Schlutt merkt an, dass eine der dargestellten Wegetrassen über eine Lagerfläche von Brenntag verlaufe und erkundigt sich, ob das so gewollt sei.

 

Herr Penner bestätigt, dass dort zurzeit noch eine Lagerfläche von Brenntag vorgehalten werde. Allerdings sei an dem Punkt im Bebauungsplan bereits eine Grünfestsetzung erfolgt. Es seien vor längerer Zeit Gespräche mit Brenntag geführt worden, wie lange diese Lagerhalle in dieser Form noch genutzt werde. Letztendlich seien neue Planungen für den Bereich als langfristige Maßnahmen einzuordnen.

 

Herr Bliefernicht weist auf die Kosten hin und erinnert an die Idee, einen Schwimmponton im Harburger Binnenhafen zu etablieren. Er könne sich vorstellen, diese Maßnahme mit in das Programm einfließen zu lassen.

 

Daraufhin macht Herr Penner auf die Kosten eines Badeschiffes in Höhe von 2-3 Mio. € aufmerksam. Dafür gebe es keine Finanzierung. Ein Multifunktionsfeld auf dem Wasser sei erheblich günstiger. Es müsse zunächst geprüft werden, welche Möglichkeiten der Finanzierung gefunden würden, bzw. aus welchen Titeln Gelder eingesetzt werden könnten.

 

Frau Wiest schlägt vor, bei zukünftigen Investoren die Einplanung von Grünflächen als Vorgabe zu machen. Sie habe den Eindruck, dass von den Vorschlägen im Augenblick gar nichts umzusetzen ginge und sie sei von ihnen auch nicht besonders überzeugt. Sie halte einige Maßnahmen auch für abwegig und insbesondere im südlichen Bereich gebe es keine Grünflächen, die vernünftig genutzt werden könnten.

 

Herr Penner erinnert an die Festsetzungen aus den 90er Jahren, die konsequent umgesetzt worden seien. Die Brücken fehlen aufgrund derzeit nicht machbarer Finanzierbarkeit. Allerdings könne sich die Situation irgendwann ändern. Vorschläge zu kleineren Maßnahmen bei den noch zu gestaltenden Grünflächen seien angekommen und würden berücksichtigt. Bei den bereits angelegten Grünflächen (z. B. Gebrüder-Cohen-Park) seien maximal wenn überhaupt nur noch sehr kleine Maßnahmen machbar.


Der Ausschuss nimmt Kenntnis. Der Antrag verbleibt im Ausschuss.